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Rheuma – Ernährung
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, kann man positiven Einfluss auf Muskeln und Gelenke nehmen und Übergewicht abbauen. Das entlastet den Bewegungsapparat und hilft bei Rheuma. Vitamine und Mineralstoffe haben einen direkten Einfluss auf die Muskeln und Gelenke. Eine falsche Ernährung kann Krankheiten des Bewegungsapparats wie Gicht oder andere Rheuma-Erkrankungen fördern. Vitamin C gegen Muskel- und Gelenkschmerzen Vitamin C reguliert die Kollagenbildung des Bindegewebes. Ein gesundes Bindegewebe ist besonders für die Gelenke und die Muskulatur sowie zur Vorbeugung von Rheuma wichtig. Zudem gehört Vitamin C zu den sogenannten Antioxidantien oder Radikalfängern. Diese neutralisieren freie Radikale, die in entzündeten Gelenken entstehen und das Gewebe schädigen können. Die genaue Wirkung von Vitamin C bei Rheuma ist jedoch noch nicht wissenschaftlich erforscht. Vitamin C können Sie mit einer gesunden Ernährung zum Beispiel über Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli aufnehmen. Entzündliches Rheuma: Vitamin E kann helfen Auch Vitamin E wirkt antioxidativ und neutralisiert freie Radikalverbindungen. Zudem hemmt es die Produktion von Entzündungsbotenstoffen wie Leukotrienen und Prostaglandinen. Das hilft vor allem Patienten mit entzündlichem Rheuma wie rheumatoider Arthritis. Vitamin E kann so Schmerzen lindern.Eine Substitution mit Vitamin E ist meistens nicht nötig – zudem ist sie nicht ungefährlich: Studien haben gezeigt, dass es hochdosiert das Sterblichkeitsrisiko erhöht. Eine Ernährung, die reich an Vitamin E ist, lässt sich über pflanzliche Öle und Nüsse erreichen. Vitamin B3, Carotinoide, Pantothensäure, Selen, Kupfer und Zink Diese Substanzen fangen ebenfalls freie Radikale und beugen so Rheuma vor. Auch hier gilt, dass in einer ausgewogenen Kost diese Mineralstoffe und Vitamine in ausreichender Menge vorhanden sind, sodass eine zusätzliche Zufuhr meist nicht notwendig ist. Kalzium und Vitamin D stärkt Knochen und Gelenke Mit Kalzium und Vitamin D tun Sie etwas für Ihre Knochen und Gelenke und somit gegen Rheuma. Diese Substanzen beugen auch Osteoporose vor. Kalzium kann mit der Ernährung gut über Milchprodukte, Vitamin D über Seefisch aufgenommen werden.Auch Magnesium, Folsäure, Zink, Kupfer, Mangan, Bor, Silizium sowie die Vitamine B6, K und C sind für gesunde Knochen wichtig. In der Regel sind alle diese Stoffe in einer ausgewogenen, gesunden Ernährung enthalten. Nur in seltenen Unterversorgungsfällen sollte zu Nahrungsmittelergänzungen gegriffen werden. Mit Chondroitin und Glucosamin gegen Muskel- und Gelenkschmerzen? Diese Substanzen ähneln den Bestandteilen des Knorpels. Sie sollen zur Reparatur von geschädigtem Knorpel beitragen und können beispielsweise bei Arthrose – degeneratives Rheuma – aber auch bei anderen Gelenkproblemen eingenommen werden. Chondroitin und Glucosamin werden aus dem Chitinpanzer von Insekten gewonnen und zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet. Allerdings ist die Wirksamkeit dieser Zusätze zur Ernährung umstritten. Die meisten Studien weisen keine Wirksamkeit nach, die über den Placeboeffekt hinaus geht. Omega-3-Fettsäuren: Empfohlen bei entzündlichem Rheuma Aus Arachidonsäure werden im Körper Stoffe gebildet, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Omega-3-Fettsäuren senken den Arachidonsäurespiegel. Omega-3-Fettsäuren gehören zu den ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und müssen deshalb über die Ernährung aufgenommen werden. Sie sind vor allem in fettem Seefisch enthalten.Durch ihre entzündungshemmende Wirkung sind Omega-3-Fettsäuren bei entzündlichem Rheuma empfehlenswert. Sie werden jedoch auch allgemein für den Aufbau von Zellen und der Bildung von Hormonen benötigt. Abnehmen reduziert Muskel- und Gelenkschmerzen Wenn Sie übergewichtig sind und unter Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen (Rheuma) leiden, sollten Sie Ihr Gewicht reduzieren. Denn Übergewicht belastet die Gelenke.Auch wenn Sie möglichst schnell Gewicht verlieren wollen: Crash-Diäten sind ungesund und führen mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Jojo-Effekt. Für eine gesunde Gewichtsreduktion ist eine dauerhafte Umstellung der Ernährung unerlässlich.
Coxarthrose – Anatomie/Funktion des Hüftgelenks
Das Hüftgelenk ist das größte und am stärksten belastete Gelenk des menschlichen Körpers. Bei einem Körpergewicht von etwa 70 Kilogramm kommt es beim Gehen in den Belastungszonen der Hüfte zu Druckbelastungen von mehr als dem Doppelten des Körpergewichts. Diese Belastung wird von einem gesunden Hüftgelenk bei den meisten Menschen während des gesamten Lebens ausgehalten. Anatomie des Hüftgelenks Beim Hüftgelenk handelt es sich um ein sogenanntes Kugelgelenk. Dabei steht der Oberschenkelknochen mit seinem Kopf (Hüftkopf), der am Ende des Oberschenkelhalses sitzt, in der Hüftpfanne, die vom Becken gebildet wird. Um im Gelenk eine Bewegung zu erreichen, kann man beide Gelenkpartner, auch Hebel genannt, bewegen. Am deutlichsten zu spüren ist in der Regel die Bewegung vom längeren Hebel, in diesem Fall das Bein. Der zweite Gelenkpartner, das Becken, kann die Bewegung im Hüftgelenk auch ausführen. Es handelt sich hier um eine kleinere, weniger deutlich wahrnehmbare Bewegung. Will man den größtmöglichen Bewegungsausschlag für eine Bewegungsrichtung erreichen, müssen sich beide Gelenkpartner, das heißt das Bein und das Becken, bewegen. Das Hüftgelenk lässt Bewegungen in sechs Bewegungsrichtungen zu: das Beugen und Strecken, das An- und Abspreizen, sowie das Innen- beziehungsweise Außendrehen des Beines. Meist werden diese Bewegungen kombiniert, wie zum Beispiel beim Aufstehen von einem Stuhl.Für jede der genannten Bewegungsrichtungen gibt es eine entsprechende und zusätzliche Bewegung des Beckens um den Oberschenkelknochen.Im normalen Bewegungsverhalten geschieht jede Bewegung im Hüftgelenk sowohl vom Oberschenkel als auch vom Becken aus. Es ist jedoch die Bewegung des Beines, die am deutlichsten wahrzunehmen und sichtbar ist. Die gelenkbildenden Anteile des Knochens sind beim Gesunden mit einer glatten Knorpelschicht unterschiedlicher Dicke je nach Belastungszone überzogen. Das Hüftgelenk selbst wird von einer Gelenkkapsel umgeben. Zwischen den Knorpelschichten von Hüftkopf und Hüftpfanne findet sich der Gelenkspalt, welcher mit der „Gelenkschmiere“ (Synovia) gleitfähig gehalten wird. Diese ölige Substanz wird von der inneren Schicht der Gelenkkapsel ständig neu gebildet. Knorpel und Gelenkschmiere schützen den Knochen vor Abrieb und dienen als Stoßdämpfer. Die Gelenkkapsel selbst ist mit kräftigen Bandstrukturen verstärkt. Das Hüftgelenk wird in seiner normalen Position durch diese Bänder, durch die Gelenkkapsel sowie durch die umgebende Muskulatur in korrekter Stellung gehalten.Die Hüftgelenkspfanne umschließt den Hüftkopf nicht vollständig. Auf diese Weise entsteht ein recht großer Bewegungsspielraum in diesem Kugelgelenk. Es leuchtet ein, dass das Gelenk dadurch in einzelnen Bezirken (beispielsweise beim Stehen oder Gehen) stets unterschiedlich stark belastet wird. Hierbei sind insbesondere verschiedene Areale der starren, nicht beweglichen Hüftpfanne betroffen. Dieser Umstand ist allerdings von der Natur durch unterschiedliche Knorpeldicken im Hüftgelenk weitgehend ausgeglichen. Kommt es zu einer vermehrten Abnutzung im Bereich des Hüftgelenks (zum Beispiel bei einer Arthrose), wird sich diese zunächst an den eben beschriebenen hauptbelasteten Stellen abspielen.Dem Hüftgelenk unmittelbar benachbart sind die großen Nerven- und Gefäßstämme, die das Bein versorgen.Um eine Bewegung aktiv ausführen zu können, braucht man die Muskulatur. Diese muss zum einen die nötige Kraft besitzen, die geplante Bewegung ausführen zu können. Zum anderen soll die Muskulatur der Gegenrichtung in der Lage sein, langsam in der Spannung nachzulassen, damit die gewünschte Bewegungsrichtung überhaupt ausgeführt werden kann. Für die geplante Bewegung in einer Richtung ist es zusätzlich notwendig, dass gerade so viel Spannung der Muskulatur erbracht wird, wie eben benötigt – diese Feinabstimmung nennt man Koordination. Um also im Hüftgelenk eine für den Alltag verwendbare Funktion zu erreichen, benötigt man sowohl intakte Gelenkstrukturen, als auch eine funktionierende Muskulatur, die gleichermaßen kräftig wie koordinationsfähig sein muss. Dies soll bezogen auf zwei ausgewählte Tätigkeiten im Alltag, nämlich dem Gehen und dem Sitzen, näher erläutert werden.
Coxarthrose – Diagnose
Bei Hüftgelenksarthrose ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um sie gut behandeln zu können. Bewegungsschmerz und später Ruheschmerz sind erste Symptome. Eine Röntgenuntersuchung kann zur
Coxarthrose – Symptome/Verlauf
Der eigentliche krankmachende Vorgang bei einer Hüftgelenksarthrose – gleich welcher Ursache – besteht darin, dass der Gelenkknorpel an verschiedenen Stellen schwindet beziehungsweise an Elastizität einbüßt. Das löst Symptome wie Schmerzen und eine Schonhaltung aus. Wenn die Fähigkeit der Gelenkfläche zum reibungslosen Gleiten verloren geht, sind die Voraussetzungen für einen vorzeitigen Abrieb des Knorpels geschaffen. Die Knorpeloberfläche eines Gelenks hat unter anderem auch die Aufgabe, den entstehenden Druck gleichmäßig auf den umgebenden Knochen zu verteilen. Das ist jedoch bei beschädigtem Knorpel nicht mehr möglich. Auf diese Weise kommt es zu einer übermäßigen schmerzhaften Beanspruchung des dem Knorpel benachbarten Knochens. Dieser bildet daraufhin neue knöcherne Strukturen aus. Diese Knochenneubildungen sind als Selbsthilfemechanismus der Natur aufzufassen, mittels Einsteifung die Bewegungen in einem geschädigten Gelenk einzuschränken.Ist die Hüftgelenksarthrose weiter fortgeschritten, kann es zu einer Mitbeteiligung der Gelenkkapsel kommen. Als Symptom verhärtet diese sich und kann sogar verknöchern. Die Muskulatur um das Gelenk ist ebenfalls oft betroffen und reagiert mit Symptomen wie Narbenbildungen und Schrumpfungen. All diese Vorgänge verursachen die heftigen und in der Endphase der Krankheit meist unerträglichen Schmerzen.Durch die beschriebenen Veränderungen an Knochen, Knorpel und Gelenkkapsel sowie an der umgebenden Muskulatur kommt es im weiteren Verlauf der Krankheit zu Symptomen wie einer Bewegungseinschränkung im betroffenen Gelenk, Schmerzen und einer daraus resultierenden Schonhaltung.Der menschliche Körper sucht sich immer den einfachsten Weg, um Schmerzen auszuweichen. Im Falle der Hüftgelenksarthrose wird das Hüftgelenk in eine Schonhaltung gebracht, in der die schmerzverursachenden Belastungsbereiche des Gelenks gemieden werden. Dies verringert für den Moment die Symptome. Längerfristig betrachtet führt diese Reaktion allerdings zu einer Verkürzung der beanspruchten Muskulatur und zu einer deutlichen Verschiebung des Kräftegleichgewichtes der gesamten hüftgelenksumgebenden Muskeln. Auf Dauer entstehen weitere Symptome wie Fehlstellungen, die nur schwer zu korrigieren sind. Verschiebung der Statik als Symptom der Hüftgelenksarthrose Betrachtet man das gesamte Skelett, wird durch eine Verschiebung des Körperschwerpunkts eine Veränderung der gesamten Statik erreicht. Am auffälligsten ist der sogenannte Beckenschiefstand: Die beiden Beckenkämme stehen nicht mehr auf einer Höhe. Daraus folgt eine Seit-Neigung der Lendenwirbelsäule mit nachfolgenden Muskelverspannungen, Fehlbelastungen der Wirbelkörper und Schmerzen. Auch das Kniegelenk wird durch eine Schonhaltung der Hüfte fehlbelastet. Aus dem verständlichen Versuch, Schmerzen zu vermeiden, entwickeln sich also auf anderem Weg neue Symptome und Schmerzen.Unbehandelt kann die Coxarthrose zu einem weitgehenden Bewegungsverlust der Hüfte führen. Durch diese ineinander greifenden Vorgänge baut sich ein regelrechter Teufelskreis auf, welcher nur durch eine gezielte Behandlung durchbrochen werden kann. Der Mensch besteht nicht nur aus Knochen und Gelenken, sondern es ist gerade die umgebende Muskulatur, welche die Gelenke beweglich erhält. Aus diesem Grunde sollte eine Behandlung nicht nur die Ursache der Arthrose beziehungsweise deren Auswirkungen am Knochenskelett, sondern unbedingt auch die für die Bewegung eines Gelenkes notwendige Muskulatur berücksichtigen.
Coxarthrose – Therapie
Je nach Ursache einer Hüftgelenksarthrose ist besonders im Anfangsstadium eine konservative, also nichtoperative Therapie oft ausreichend wirksam. Sie kann die Symptome des Patienten häufig für einen gewissen Zeitraum lindern oder gar beseitigen. Weiterhin wird man versuchen, das Gelenk von außen so zu beeinflussen, dass Entzündungen oder Gelenkergüsse abklingen, die akuten Schmerzen verschwinden und sich die Beweglichkeit verbessert. Durch eine konsequente, richtig dosierte und sachgerecht durchgeführte krankengymnastisch-physiotherapeutische Therapie lassen sich die Beschwerden mitunter über Jahre zurückdrängen, so dass eine Operation vermieden werden kann oder aber erst später erforderlich wird. Klassische Maßnahmen zur Therapie der Hüftgelenksarthrose Zur klassisch konservativen Behandlung gehören auch sogenannte überwärmende Maßnahmen zur Verbesserung der örtlichen Durchblutung. Durch diese passiven Einwirkungen wird die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, aufgelockert und die Schmerzen lassen nach. Fangopackungen, Heublumenauflagen und heiße Wickel seien als Beispiele genannt. Weiter können eine sinnvoll angewandte Kurzwellenbehandlung oder eine Ultraschall-Therapie zur Anwendung kommen. Heilbäder sind häufig sehr nützlich. Unterwassermassagen zur Lockerung der verspannten Muskulatur ermöglichen eine Verbesserung der Beweglichkeit. Schwimmen und Bewegungen im Wasser sind meist sehr hilfreich, da die schmerzhafte Gewichtsbelastung durch den Körperauftrieb entfällt. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Medikamenten mit unterschiedlichem Wirkprofil, die zur Therapie einer Hüftgelenksarthrose eingesetzt werden können. Gewichtsreduktion Ein wesentlicher, immer wieder unterschätzter Gesichtspunkt beim Vorliegen einer Hüftgelenksarthrose ist das Anstreben von Normalgewicht. Starkes Übergewicht kann die Arthrose durch vermehrte Belastung des Gelenkes rasch verstärken.Die Gewichtsreduktion sollte daher unbedingt am Anfang der konservativen Therapie stehen. Nicht selten müssen die Patienten hier professionelle Hilfen in Anspruch nehmen. Dieser Hinweis gilt im Übrigen gleichermaßen für die operative Therapie der Hüftgelenksarthrose mit einer Endoprothese. Eine starke Gewichtszunahme nach Einbau eines künstlichen Hüftgelenks hat nachgewiesenermaßen negative Auswirkungen auf die Haltbarkeit und Standzeit der Endoprothese. Operative Therapie der Hüftgelenksarthrose Es kann sein, dass die konservativen Maßnahmen bei der Behandlung der Coxarthrose nicht zum gewünschten Ziel führen (Beschwerdelinderung, Verbesserung der Beweglichkeit). Dann müssen Arzt und Patient überlegen, ob nicht durch eine Operation eine Besserung der Schmerzen möglich ist. Bei der operativen Therapie der Hüftgelenksarthrose stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die gängigsten sind die Umstellungsosteotomie, die Einsetzung eines Hüftgelenks oder eine bewusst herbeigeführte Versteifung des Gelenks. In seltenen Fällen wird die sogenannte Girdlestone-Operation angewandt. Die Forschung arbeitet darüber hinaus an neuen Behandlungsmethoden, die solche chirurgischen Eingriffe zukünftig überflüssig machen sollen.
Meniskusschaden
Ein Meniskusschaden (Meniskusläsion) kann entstehen, wenn man in einer Drehbewegung abrupt abbremst. Bei einem größeren Riss ist eine Operation
Morbus Crohn – Erfahrungsbericht
Ich war 29, als das erste Mal das Wort Morbus Crohn fiel. Ein Krankenhausarzt stellte diese Diagnose nach einer Koloskopie, die damals 1987 in Ostberlin noch ein sensationelles Ereignis war. In der ganzen Stadt gab es – so glaube ich – nur zwei Koloskope. Das Endoskop für meine Untersuchung war gerade aus Westberlin geliefert worden. Eine Ärzte-Traube stand während der Darmspiegelung dabei und staunte. Beschwerden hatte ich schon lange. Bereits als Kind war ich immer kränklich und hatte Bauchschmerzen – die hielten auch nach der Blinddarm-OP mit elf Jahren noch an. Was ich psychisch nicht verkraftet habe, schlug mir stets auf den Bauch. Das geht mir heute noch so: Wenn mich etwas emotional sehr berührt – zum Beispiel junge Leute auf der Straße, die betteln müssen – dann muss ich sofort auf die Toilette. „Weiß der Teufel“ – so lautete die Diagnose der Ärzte 1984, nach der Geburt meiner zweiten Tochter, kamen dann die ersten Schübe. Verstopfungen und Durchfall wechselten sich ab: Fünf Tage konnte ich gar nicht auf die Toilette gehen, die nächste Woche sauste es dann nur so aus mir raus. Der Schub ging Fieber mit einher, meistens so um 37,8 Grad Celsius. Das klingt harmlos, doch ich konnte dieses niedrige Fieber schwerer ertragen als richtig hohe Temperaturen. In dieser Zeit war ich insgesamt sehr krank und abwehrgeschwächt, ständig hatte ich Schnupfen. Die Ärzte waren hilflos, ihre Diagnose lautete fast immer WdT – das stand für „Weiß der Teufel“. Ich kam in ein Krankenhaus mit psychiatrischem Schwerpunkt 1987 bin ich dann richtig doll krank geworden. Ich legte mich hin und konnte nicht mehr aufstehen: Ich litt unter fürchterlichen Bauchschmerzen und Gelenksteife. Alle Hauptgelenke waren betroffen – selbst meine Ellenbogen konnte ich nicht mehr auflegen. Die Ärzte stellten die Diagnose „Rheumatisches Fieber“ und wiesen mich in ein Krankenhaus mit psychiatrischem Schwerpunkt ein. Die Ärzte dort haben mich sehr nett aufgenommen und sich wirklich Gedanken gemacht. Sie waren auch diejenigen, die die Koloskopie veranlassten. Eine Darm-OP wurde nötig, weil ich Fisteln hatte Ich hatte Glück, dass mein früherer Mann gelegentlich beruflich in den Westen fahren musste und mir das Medikament Mesalazin mitbringen konnte. So musste ich nicht – wie so viele andere Patienten – Kortison nehmen. Trotzdem hat der Morbus Crohn mein Leben stark beeinträchtigt und tut es natürlich noch immer. 1989 musste mein rechtes Augenlid operiert werden wegen einer Hautveränderung, die vermutlich auf den Crohn zurückzuführen war. 1992 bekam ich dann die erste Darm-OP – ich hatte Fisteln entwickelt, die vom Darm in die Scheide führten. Seitdem ist kein Jahr vergangen, in dem ich nicht eine Operation oder eine gravierende Diagnose hinnehmen musste: So wurde ich etwa 1995 am Knie operiert, 1998 hatte ich einen Bandscheibenvorfall, 1999 diagnostizierten die Ärzte dann Osteoporose. 2003 wurde meine Gallenblase entfernt, 2004 stellten die Ärzte Arthrose im linken Fuß fest. Ein Stoma – nein, das will ich nicht In diesem Frühjahr haben mich die Ärzte das zweite Mal am Darm operiert und alles Mögliche gefunden: einen Abszess, eine Stenose, Einschussfisteln, Organverklebungen und -verwachsungen. Der Oberarzt hat mir ein Stoma – also einen künstlichen Darmausgang – empfohlen, doch ich habe abgelehnt. Das verstehen viele Morbus-Crohn-Patienten nicht – besonders in meinem Fall: Ich habe keinen Schließmuskel mehr und kann den Stuhl deshalb überhaupt nicht mehr halten. Es kann mich also überall und jederzeit erwischen. Doch das nehme ich in Kauf. Nachdem meine Ehe durch den Morbus Crohn kaputt gegangen ist, habe ich jetzt wieder einen Partner gefunden. Dieser Mann hat alles miterlebt: die Wochen, die ich auf der Intensivstation lag, die schlechten Gerüche. Selbst meine riesige Bauchwunde hat er gesehen. Doch ein Stoma – nein, das würde nicht passen, das will ich nicht. Ich möchte jetzt noch mal richtig leben. Ich ziehe mich nicht zurück Wenn ich diesen Mann nicht hätte ... Aber das kann ich über viele Menschen sagen: über meine Töchter, die Psychologen, die mich betreut haben, und auch die Kollegen. Arbeiten kann ich leider nicht mehr, mit 47, vor knapp zwei Jahren bin ich in Frührente gegangen. Ich hatte eine gute Stellung als Prokuristin und war für eine Handvoll Mitarbeiter verantwortlich. Doch am Ende ging es nicht mehr. Trotzdem: Ich ziehe mich nicht zurück, wie es so viele Patienten mit Morbus Crohn tun. Viele erzählen ja noch nicht einmal ihrer Familie und ihren Freunden von der Krankheit. Ein Konzertbesuch, eine Reise – Pläne helfen Wichtig ist für mich, dass die Krankheit nicht alles beherrscht. Es muss immer etwas geben, das über den Morbus Crohn hinausgeht. Ich muss deshalb ständig Pläne schmieden: Das kann so eine Kleinigkeit wie ein Besuch beim Friseur oder der Kosmetikerin sein oder auch eine Reise. Nächstes Jahr möchte ich nach Südafrika fliegen. Als ich im Krankenhaus lag und meine Tochter mir erzählte, dass sie in Griechenland heiraten wird, hat es sofort in meinen Augen geflackert. Nun, auch heute Abend habe ich etwas vor: Mein Partner hat Karten für ein Konzert auf dem Gendarmenmarkt besorgt. Darauf freue ich mich schon seit Tagen. Sicherlich, da ist immer die Angst, dass es mich gerade dort erwischen könnte ... Aber deshalb nicht zu gehen? Mehr Erfahrungsberichte auf vitanet.de:
Schuppenflechte – Medikamente/Tabletten
Reicht bei Patienten mit Schuppenflechte (Psoriasis) die äußerliche Therapie mit Salben, Cremes, Bestrahlung und Bädern nicht mehr aus oder kommen Gelenkbeschwerden (Psoriasis-Arthritis) hinzu, kann eine innerliche, medikamentöse Behandlung nötig werden. Für die systemische Therapie der Schuppenflechte eignen sich je nach Schweregrad und Rückfallhäufigkeit unterschiedliche Medikamente. Dabei hat das Verständnis der Erkrankungsentstehung in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gebracht: Sogenannte Biologika oder Biologics setzen direkt bei der Ursache der Hauterkrankung an, indem sie übereifrige Zellen des Immunsystems hemmen. Wirkstoffe zur medikamentösen Therapie Es gibt verschiedene Wirkstoffe gegen Schuppenflechte zur innerlichen Anwendung: Retinoide (Acitretin) Systemische Retinoide (Vitamin-A-Säure-Abkömmlinge) kommen seit den 1970er Jahren in der Psoriasis-Therapie zum Einsatz. Den Wirkstoff Acitretin gibt es als Kapsel zum Einnehmen. Im Vergleich zu anderen systemisch wirksamen Medikamenten haben Retinoide deutliche Schwächen: Nur wenige Patienten werden allein dadurch annähernd beschwerdefrei. Meist wird das Mittel daher in Verbindung mit einer Lichttherapie verordnet. Trockene Haut, rissige Lippen, Nasenbluten und Haarausfall sind häufige Nebenwirkungen von Acitretin. Außerdem kann der Wirkstoff Leber und Nieren stark belasten. Frauen, die schwanger werden möchten, dürfen Retinoide nicht einnehmen, da sonst Schäden für das Kind drohen. Besonders gut wirken Retinoide bei der seltenen Psoriasis pustulosa. Fumarsäureester Fumarsäureester ähneln einem Stoffwechselprodukt des Körpers, der Fumarsäure. Sie wirken antientzündlich, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht völlig geklärt ist. Vermutlich wirken sie antiproliferativ – das heißt wachstumshemmend – auf Lymphozyten.   Anders als bei Kortisonpräparaten kommt es beim Absetzen des Medikaments nicht zum Rebound (Rückfall) oder vermehrter Neigung zu Infektionen. Für die Behandlung mit Tabletten gibt es ein festes Schema, bei dem die Dosis langsam gesteigert wird. In der Regel dauert die Therapie zunächst drei bis vier Monate. Die Kombination mit Wirkstoffen zur äußerlichen Anwendung ist sinnvoll – zum Beispiel mit Vitamin-D3-Analoga. Typische Nebenwirkungen der Fumarsäureester sind eine Rötung des Gesichts mit Hitzegefühl (Flush), Magen-Darm-Beschwerden, Blutbildveränderungen und vorübergehende Leber- und Nierenfunktionsstörungen. Daher muss der Arzt während der Behandlung regelmäßig das Blutbild sowie die Nieren- und Leberwerte kontrollieren. Absolute Gegenanzeigen für das Medikament sind Schwangerschaft und Stillzeit, schwere Leber- und Nierenschäden sowie schwere chronische Darmerkrankungen. Methotrexat (MTX) Niedrig dosiert wirkt Methotrexat (MTX) entzündungshemmend und greift in den Zellstoffwechsel ein, indem es die Verwertung des Zellbausteins Folsäure (Folatantagonist) und damit die Zellteilung hemmt. In hohen Dosen wird der Wirkstoff auch als Zytostatikum in der Krebstherapie eingesetzt. In Deutschland ist das Medikament seit 1991 zugelassen, um schwere Formen der Schuppenflechte und die Psoriasis-Arthrose zu behandeln. MTX ist vor allem zur Langzeitbehandlung geeignet – die Wirkung setzt ein bis zwei Monate nach Therapiebeginn ein. Dabei können schwere Nebenwirkungen auftreten, die Schäden an Nieren, Leber, Lunge und Knochenmark sowie Magen-Darm-Geschwüre verursachen können. Um solche Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen, muss der Arzt regelmäßig das Blutbild sowie die Leber- und Nierenwerte kontrollieren. Oftmals ist es auch nötig, zusätzlich Folsäure zu geben. Absolute Gegenanzeigen für MTX sind Funktionsstörungen der Leber, Alkoholkonsum, Kinderwunsch (auch bei Männern) und eine Schwangerschaft. Vorsicht geboten ist auch bei Impfungen mit Lebendviren während der Therapie. Ciclosporin A Seit 1993 ist in Deutschland ein Calcineurin-Inhibitor – der Wirkstoff Ciclosporin – verfügbar, um Schuppenflechte zu behandeln. Das Medikament steht als Kapsel oder Trinklösung zur Verfügung und muss täglich eingenommen werden. Die Wirkung ist meist nach einem Monat spürbar. Das Medikament unterdrückt das Immunsystem und wird auch verwendet, um nach einer Organtransplantation die Abstoßung zu verhindern.   Unter der Behandlung mit Ciclosporin kann es zu Störungen der Nieren- und Leberfunktion kommen. Möglich sind auch ein Blutdruckanstieg und Magen-Darm-Beschwerden. Vorsicht geboten ist hinsichtlich der Wechselwirkungen mit anderen Therapieoptionen: Zahlreiche Medikamente vertragen sich nicht mit einer Ciclosporin-Einnahme. Patienten, die lange Zeit mit UV-Licht behandelt wurden, sollten wegen des Hautkrebsrisikos auf Ciclosporin verzichten. Leflunomid Speziell für die Psoriasis-Arthritis ist seit 2004 der Wirkstoff Leflunomid zugelassen. Er wird als Basistherapeutikum bei Patienten eingesetzt, bei denen die Gelenkbeschwerden (Psoriasis arthropatica) im Vordergrund stehen. Denn hier ist er wirksamer als gegen die Symptome der Haut. Leflunomid blockiert die Vermehrung von aktivierten Lymphozyten.   In der Regel bessern sich die Beschwerden zwei bis drei Wochen nach Beginn der Therapie. Mögliche Nebenwirkungen von Leflunomid sind Leberschädigungen, Blutarmut oder ein Mangel an Leukozyten (weißen Blutkörperchen), leichte allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Haarausfall und Kopfschmerzen. Außerdem kann Leflunomid Fehlbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen. Deshalb müssen Frauen während und bis zu zwei Jahre nach der Therapie verhüten – Männer während und bis zu drei Monate nach der Therapie. Auf keinen Fall sollten andere leberschädigende Substanzen wie MTX zusammen mit Leflunomid eingenommen werden – und auf Alkohol sollte gänzlich verzichtet werden.