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descriptionGrafik: Blutstrom
Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus nimmt zu: Rund jeder zehnte Deutsche ist bereits betroffen. Doch viele wissen nichts davon und leben mit einer „Zeitbombe“.
descriptionMann trinkt aus Wasserflasche
Starker Durst, Juckreiz oder Impotenz sind nur einige der vielen Anzeichen von Diabetes. Ob die Erkrankung vorliegt, zeigen Blut- und Urinuntersuchungen.
descriptionArzt hält Apfel
Aktive Mitarbeit des Patienten ist gefragt, wenn es darum geht, den Blutzucker mit gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung und Medikamenten zu senken.
descriptionInsulinfläschchen
Insulin lässt sich auf verschiedene Weise verabreichen. Aber es werden auch andere Wirkstoffe und Verfahren entwickelt, etwa die Zelltransplantation.
descriptionHand halten
Für Menschen mit Diabetes ist die aktive Unterstützung von Freunden und Familie wichtig. Die ideale Kost: Viel Obst und Gemüse, wenig Eiweiß und Fett.
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Ernährung und Alltag mit Diabetes mellitus

Mit einem gut eingestellten Blutzuckerspiegel können Menschen mit Diabetes ein Leben ohne Einschränkungen führen. Dabei hilft es vor allem, gut informiert zu sein – beispielsweise über den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln, aber auch über mögliche Risiken in der Schwangerschaft, auf Reisen oder bei Infektionen.


Im Überblick



Vor allem Diabetespatienten, die am Typ 2 leiden, könnten vielfach allein durch die richtige Ernährung und mehr körperliche Bewegung die Erkrankung in den Griff bekommen: Vollwertige Mischkost mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Fleisch sollte dagegen nur in Maßen genossen werden – eine Ernährung also, wie sie jedem Gesunden auch empfohlen wird. Außerdem ist die richtige Auswahl der Getränke wichtig.

Kohlenhydrate wirken als Energielieferanten direkt auf den Blutzuckerspiegel und sind daher für die Ernährung bei Diabetes mellitus zentral. Gute Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten sowie Obst- und Gemüsesorten mit niedrigem glykämischem Index beeinflussen den Blutzucker günstig und enthalten Vitamine, Mineralien und reichlich Ballaststoffe.

Ist ein Diabetiker insulinpflichtig oder nimmt er andere Arzneimittel, müssen Ernährung und Medikamente aufeinander abgestimmt sein.

Übergewicht ist eine wichtige Ursache für Diabetes Typ 2. Zu viel Körperfett macht Zellen für Insulin unempfindlicher, der Blutzuckerspiegel steigt. Um das richtige Gewicht zu erreichen, sollte jeder Diabetiker seinen individuellen Energieverbrauch kennen: Der tägliche Bedarf an Energie – sprich Kalorien – hängt von Körpergröße, Körpergewicht und Leistung ab.

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Gute Kohlenhydrate und Ballaststoffe halten den Blutzucker stabil

In der Regel essen wir zu wenig Kohlenhydrate, dafür aber zu viel Eiweiß und Fett. Gerade für Menschen mit Diabetes mellitus sollten Kohlenhydrate mit 45 bis 60 Prozent der Tagesenergie die wichtigste Energiequelle sein. Lebensmittel liefern gute Kohlenhydrate, wenn sie reichlich Ballaststoffe enthalten. Etwa 40 Gramm Ballaststoffe pro Tag genügen. Ein niedriger glykämischer Index ist ein weiteres Merkmal guter Kohlenhydrate.
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Stärke, Zucker, Ballaststoffe

Kohlenhydrate sind die einzigen Nährstoffe, die den Blutzucker direkt beeinflussen. Dazu zählen Stärke, Zucker und Ballaststoffe. Im Verdauungstrakt werden die Kohlenhydrate zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt, der dann direkt ins Blut geht.

Niedriger glykämischer Index
Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß dafür, wie stark ein Lebensmittel den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Glukose steigert. Merkmal ballaststoffreicher Lebensmittel ist meist ein niedriger, also günstiger glykämischer Index: zum Beispiel Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse und einige Obstsorten.

Ballaststoffgehalt pflanzlicher Lebensmittel im Überblick (PDF von vitanet.de)

Niedriger glykämischer Index
Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß für die Höhe des Blutzuckerspiegels nach einer Mahlzeit. Merkmal ballaststoffreicher Lebensmittel ist meist ein niedriger, also günstiger glykämischer Index: z.B. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Gemüse und einige Obstsorten.

Glykämischer Index von Lebensmitteln im Überblick (PDF von vitanet.de)

Maßeinheiten für Kohlenhydrate: KE und BE

Eine Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht 10 Gramm, eine Broteinheit (BE) 12 Gramm verwertbarer Kohlenhydrate ohne Ballaststoffanteil. Bei einer Kost mit 1.800 Kilokalorien (kcal) täglich wären das 18 bis 25 Kohlenhydratportionen.

Kohlenhydrat-Austauschtabelle mit Angaben in BE für die wichtigsten Nahrungsmittel (PDF von vitanet.de)


Trinken Sie genug? Bei ballaststoffreicher Mischkost brauchen Sie täglich etwa eineinhalb Liter Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßter Tee).
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Zucker und alternative Süßungsmittel

Bis zu 50 Gramm täglich an Haushaltszucker oder Honig sind bei Diabetes erlaubt. Naschen ist also nicht verboten: Bei Diabetikern darf Zucker bis zu zehn Prozent der Tagesenergie liefern.

Kohlenhydrate sind nichts anderes als Zuckerbausteine in unterschiedlicher Zusammensetzung. Ein Überblick mit Beispielen:

Einfachzucker

Einfachzucker gehen direkt ins Blut und können daher bei Unterzucker lebensrettend sein:
  • Traubenzucker (Glukose): Baustein für Zwei- und Mehrfachzucker
  • Fruchtzucker (Fruktose): in Obst und Honig
  • Schleimzucker (Galaktose): in Muttermilch oder laktosefreier Milch

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Zweifachzucker
Zweifachzucker werden in Einfachzucker gespalten und dann erst ins Blut aufgenommen. Ihre Wirkung auf den Blutzucker ist unterschiedlich:
  • Haushaltszucker (Saccharose): zum Beispiel in Honig oder Limonade – führt zu einem schnellen Blutzuckeranstieg. In Verbindung mit Fett (zum Beispiel Schokolade, Milcheis) kommt es dagegen zu einem langsamen Blutzuckeranstieg.
  • Milchzucker (Laktose): zum Beispiel in Milch, Käse, Joghurt – führt zu einem langsamen Blutzuckeranstieg.

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Vielfachzucker
Vielfachzucker werden mehrfach aufgespalten oder nicht verwertet. Der Blutzucker steigt sehr langsam oder gar nicht:
  • Stärke: zum Beispiel in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten – führt zu einem sehr langsamen Blutzuckeranstieg.
  • Ballaststoffe: zum Beispiel Zellulosefasern und -schalen oder Pektin aus pflanzlichen Nahrungsmitteln – führen zu keinem Blutzuckeranstieg.

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Alternative Süßungsmittel: Süßstoff und Zuckeraustauschstoffe
Menschen mit Diabetes mellitus müssen auf Süßes nicht verzichten: Es gibt genügend alternative Süßungsmittel mit geringem Energiegehalt, die den Blutzucker nur gering oder gar nicht erhöhen. Doch nicht jeder Zuckerersatz ist als Süßungsmittel für Diabetiker geeignet.

Die süßen Alternativen im Überblick:

Süßstoff
Die Süßkraft von Süßstoff ist deutlich stärker als von Saccharose (Haushaltszucker). Süßstoff ist kalorienfrei – das heißt, er hat keine Wirkung auf den Blutzucker: Aspartam, Acesulfam-K, Cyclamat, Neohesperidin DC, Sacharin, Sucralose und Thaumatin sind gute Alternativen zum Zucker.

Zuckeraustauschstoffe
Fruktose und die Zuckeralkohole Lactit, Isomalt, Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit zählen zu den Zuckeraustauschstoffen. Diese erhöhen den Blutzucker zwar nur langsam, enthalten aber leider Kalorien. Weiterer Nachteil: Zuckeralkohole können Blähungen und Durchfall verursachen. Für Diabetiker haben Zuckeraustauschstoffe daher keine Vorteile.
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Fette bei Diabetes

Fett ist ein vielfältiger und lebenswichtiger Nährstoff. Zahlreiche Vitamine kann der Körper ohne Fett nicht aufnehmen. Für Menschen mit Diabetes mellitus beträgt die empfohlene Menge an Fett bis zu 35 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme, bis zu 30 Prozent bei Übergewicht. Bei einer Kost von 1.800 Kilokalorien pro Tag wären das umgerechnet 60 bis 70 Gramm Fett.

Ungünstige Fette vermeiden

In der Regel essen heutzutage viele Menschen mehr Fett, als ihnen guttut – und oftmals das falsche. Wie viel ungesundes Fett wir täglich aufnehmen, ist uns meist nicht bewusst: In Fertigprodukten, süßen und salzigen Snacks sowie Fertiggerichten stecken oft viel Fett und ungünstige Transfettsäuren.

Tierische Lebensmittel wie Ei, Fleisch, Käse, Wurst und Milchprodukte sind meist fettreich und liefern vor allem gesättigte Fettsäuren. Bei Diabetes sollten gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren zusammen nicht mehr als zehn Prozent der Gesamttagesenergie liefern. Bestehen zudem Probleme mit den Cholesterinwerten, sollten sie nur acht Prozent der Tagesenergie ausmachen. Wählen Sie daher am besten fettarme Produkte und entfernen Sie sichtbares Fett – zum Beispiel bei Fleisch und Wurstwaren.

Fett- und Cholesteringehalt tierischer Lebensmittel (PDF von vitanet.de)


Mehr ungesättigte Fettsäuren
Verwenden Sie beim Kochen am besten Fette und Öle, die reichlich ungesättigte Fettsäuren enthalten – etwa Rapsöl oder Oliven- und Sojaöl. Streichfett sollte sparsam zum Einsatz kommen. Wer darauf nicht verzichten will, kann spezielle Diätprodukte verwenden.

Vitalstoff Omega-3-Fettsäuren
Gönnen Sie sich ein bis zwei Portionen Seefisch pro Woche – beispielsweise Makrele oder Seelachs. Sie sind reich an Omega-3-Fettsäuren, ein für Diabetiker wichtiger Vitalstoff.

Empfehlungen für Fett und Fettsäuren
  • Fett gesamt: drei bis 35 Prozent
  • Gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren weniger als zehn Prozent, bei erhöhtem Cholesterin (LDL) weniger als acht Prozent
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren sieben bis acht Prozent
  • einfach ungesättigte Fettsäuren zehn bis 20 Prozent
  • Cholesterin weniger als 300 Milligramm pro Tag

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Eiweiß – der Baustein für Muskeln, Haut und Knochen

Eiweiß ist der Baustoff für unseren Körper. Besonders brauchen wir ihn für Muskeln, Haut und Knochen. Doch auch Eiweiß nehmen wir in der Regel zu viel zu uns.

Last für die Nieren: zu viel Eiweiß
Zu viel Eiweiß schadet den Nieren, was gerade bei Diabetes mellitus ein ernstes Problem darstellt. Bei Diabetespatienten sollte daher Eiweiß höchstens zehn bis 20 Prozent der Tagesenergie liefern. Ausnahme: Diabetiker mit Typ 1, die an einer fortgeschrittenen Nierenerkrankung leiden, sollten sich beim Eiweißkonsum an der Zehn-Prozent-Marke orientieren – das heißt, sie sollten nicht mehr als 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich zu sich nehmen.

Steak oder Tofu? Tipps für gute Eiweißquellen
Eiweißlieferant Nummer eins sind für die meisten Menschen tierische Lebensmittel – also Eier, Fleisch und Milch. Oft sind tierische Eiweißquellen aber fettreich und enthalten ungünstige Transfettsäuren sowie Cholesterin. Dabei gibt es zahlreiche pflanzliche Alternativen: zum Beispiel Soja, Hülsenfrüchte und Hefe. Pflanzliche und tierische Eiweißquellen lassen sich kombinieren – etwa als Linsensuppe mit Würstchen oder mageres Putenschnitzel mit Naturreis und Gemüse. Fleisch sollte immer die kleinste Portion eines Tellergerichtes ausmachen.

Bitte beachten Sie: Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eiweißbedarf.
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Vitamine, Mineralstoffe und Co.

Eine Folge von Diabetes mellitus ist oxidativer Stress. Der erhöhte Blutzucker kann zu einem Mangel an Antioxidantien führen – der Körper wird anfälliger für freie Radikale. Antioxidantien wie die Vitamine A, C und E sowie einige sekundäre Pflanzenstoffe sind in der Lage, freie Radikale zu neutralisieren. Sie beugen damit typischen Folgeschäden von Diabetes vor – zum Beispiel Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, der Beine oder der Augen. Antioxidantien finden sich vor allem in frischem Obst und Gemüse. Manchmal ist der Bedarf aber nicht allein durch eine vollwertige und ausgewogene Ernährung auszugleichen. Dann empfiehlt sich eine gezielte Nahrungsergänzung durch Mineralstoffpräparate.

Mineralstoffe: gute Insulinwirkung
Auch Mineralstoffe sorgen dafür, dass der Stoffwechsel gut funktioniert. Mineralstoffe wie Chrom oder Magnesium sind zum Beispiel an der Insulinwirkung oder der Verwertung von Blutzucker beteiligt und sind deshalb besonders wichtig für Diabetiker. Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Chrom und Magnesium.
Die wichtigsten Vitalstoffe bei Diabetes mellitus im Überblick

Wasser: das Lebenselixier
Da unser Körper zu 60 Prozent aus Wasser besteht und fast alle Vorgänge im Körper nur in Verbindung mit Flüssigkeit möglich sind, sollten Sie immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten: täglich etwa eineinhalb Liter, möglichst kalorienarm und alkoholfrei. In Extremsituationen oder bei bestimmten Erkrankungen ist der Bedarf noch höher. Ideal bei Diabetes sind zuckerfreie oder mit kalorienfreiem Süßstoff gesüßte Getränke.
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Getränketipps bei Diabetes: Was und wie viel trinken?

Die meisten Menschen trinken zu wenig. Auch Diabetiker sollten etwa eineinhalb Liter pro Tag trinken. Am besten kalorienfreie beziehungsweise kalorienarme Getränke wie Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertee sowie kalorienfrei gesüßte Limonaden.

Optimale Getränke für Diabetiker: kalorienfreie oder kalorienarme Durstlöscher
  • Mineralwasser, bei Bluthochdruck mit einem Chloridgehalt (Cl) von unter 300 Milligramm pro Liter
  • Tee in allen Variationen – außer Instant-Tee mit Zuckerzusatz
  • Kaffee oder Espresso, Malz- oder Getreidekaffee, mit kalorienfreiem Süßstoff gesüßt. Achtung: Instant-Kaffeepulver enthält Zucker. Achten Sie bei Kaffeespezialitäten mit Milch oder Kakao wie Latte Macchiato oder Cappuccino auf den Kaloriengehalt.
  • kalorienfreie, mit Süßstoff gesüßte Limonade
  • selbst gemixte Fruchtsaftschorlen: ein Teil Fruchtsaft zu zehn Teilen Wasser
Gefährlich: Getränke, die den Blutzucker schnell und stark erhöhen
  • grundsätzlich: mit Zucker gesüßte Getränke
  • Säfte: pure Fruchtsäfte (auch ohne Zuckerzusatz), Fruchtsaftgetränke, Nektar und auch Diätfruchtsäfte sowie Frucht-Molke-Drinks
  • mit Zucker gesüßte Limonaden und Softdrinks
  • Getränke auf Sirupbasis
  • Gemüsesäfte mit Zucker oder Honig
  • Malzbier und alkoholfreies Bier mit Malzzucker
Kein Durstlöscher: Milch
Milch ist kein Durstlöscher, sondern ein vollwertiges Lebensmittel, für das Kohlenhydrate zu berechnen sind. Milch und Milchgetränke wie Buttermilch oder Kefir enthalten Milchzucker, ohne weitere Zusätze erhöhen sie den Blutzucker langsam. Trinken Sie ruhig bis zu 1/2 Liter fettarme Milch oder Milchgetränke täglich. Fertige Milchmixgetränke, Trinkjoghurt oder Instant-Kakaopulver hingegen enthalten viel Zucker und sind nicht empfehlenswert.


Alkohol bei Diabetes
Wer an Diabetes leidet, muss nicht ganz auf Alkohol verzichten. Bis zu zehn Gramm täglich sind für Frauen akzeptabel, für Männer bis zu 20 Gramm pro Tag.Bedenken Sie aber die Gefahr der Unterzuckerung und den Kaloriengehalt.

Wenn Sie Ihre Erkrankung mit Insulin oder anderen Medikamenten behandeln, kann schon sehr wenig Alkohol einen Unterzucker verursachen. In diesem Fall sollten Sie den Alkoholgenuss immer mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit verbinden.
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Das richtige Gewicht bei Diabetes

Das richtige Gewicht spielt für jeden Diabetiker eine wichtige Rolle. Insbesondere gilt es, Übergewicht zu vermeiden, da dieses die Insulinempfindlichkeit herabsetzt. Daher führt bei Menschen mit Diabetes Typ 2 in den meisten Fällen schon eine Gewichtsreduktion zu einer Verbesserung oder sogar zur Normalisierung der Blutzuckerwerte.

BMI – der Body-Mass-Index
Berechnen lässt sich das normale, anzustrebende Gewicht eines Menschen mithilfe des Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Quadratmetern). Ein akzeptabler BMI liegt bei Frauen zwischen 19 und 24, bei Männern zwischen 20 und 25. Mit zunehmendem Alter steigt der empfohlene BMI-Wert.

Der Energiebedarf
Energiebedarf, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden eines Menschen hängen von der richtigen Energiezufuhr ab. Der individuelle Energiebedarf eines Menschen wird durch Alter, Geschlecht, Körpergröße, Körpergewicht, Arbeitsleistung und/oder sportliche Aktivität bestimmt.
Energiebedarf bei Normalgewicht (70 Kilogramm):
  • bei leichter Arbeit (zum Beispiel am Schreibtisch): etwa 2.100 Kilokalorien
  • bei schwerer körperlicher Arbeit oder Leistungssport: etwa 2.800 Kilokalorien
  • bei Schwerstarbeit oder Hochleistungssport: etwa 3.500 Kilokalorien
Nur wenn Sie weniger essen, als Sie an Energie verbrauchen, verringern Sie auf Dauer Ihre Fettdepots im Körper. Um ein Kilogramm Fettgewebe abzubauen, müssen Sie etwa 7.000 Kilokalorien einsparen.

Bitte beachten Sie: Eine effektive Gewichtsabnahme erreichen Sie nicht mit Radikaldiäten, sondern mit einer kalorienreduzierten Ernährungsumstellung und ausreichender Bewegung!
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Leben mit Diabetes

Den einzig richtigen Weg, mit Diabetes mellitus zu leben, gibt es nicht. Sie müssen für sich selbst entscheiden, wie Sie Ihre Erkrankung annehmen und in den Alltag einbinden. Wir möchten Ihnen aber mit einigen Tipps und Denkanstößen dabei helfen.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie mit der Diagnose Diabetes im Alltag und in der Familie, im Beruf und in der Freizeit – zum Beispiel beim Sport – umgehen können.

Außerdem verraten wir Ihnen, worauf Sie als Diabetiker besonders achten sollten – etwa in der Erkältungszeit, bei der Zahnpflege oder beim Thema Rauchen. Daneben finden Sie hilfreiche Tipps zu Sexualität und Psyche.

Mit Motivationstipps möchten wir Ihnen helfen, Ihre selbst gesteckten Ziele zu erreichen und für Krisen gewappnet zu sein.
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So finden Diabetiker einen kompetenten Arzt

Für Diabetespatienten ist eine gute ärztliche Behandlung sehr wichtig – schließlich lässt sich durch eine sorgfältige Kontrolle und Einstellung des Blutzuckers das Risiko für diabetische Spätfolgen erheblich reduzieren. Wie aber finden Sie einen kompetenten Arzt?

Am besten aufgehoben sind Diabetiker bei einem Arzt mit einer diabetologischen Zusatzausbildung. Die meisten dieser Ärzte haben diese Zusatzausbildung bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erworben und führen die Bezeichnung „Diabetologe (DDG)“ auf ihrem Praxisschild. Zunehmend wird es auch Ärzte geben, die während ihrer Facharztausbildung tiefgehende klinische Kenntnisse über die Erkrankung erwerben. Denn seit einiger Zeit erlaubt die Bundesärztekammer, im Fach Innere Medizin den Schwerpunkt Diabetologie zu wählen.

Hilfreich bei der Suche nach einem Diabetologen sind:
  • das Internet: Viele niedergelassene Ärzte haben inzwischen eine Homepage, auf der sie auch ihre Zusatzausbildungen erwähnen.
  • Krankenkassen: Sie können in der Regel schnell darüber Auskunft geben, wo in Nähe des Wohnorts sich ein Arzt mit diabetologischer Zusatzausbildung befindet.
Wer es vorzieht, bei seinem vertrauten Hausarzt zu bleiben, sollte sich vergewissern, dass dieser die Diabeteserkrankung so behandelt, wie es Experten fordern. Es gibt eine Reihe von Kriterien, an denen auch der Diabetespatient erkennen kann, ob er bei einem Arzt gut aufgehoben ist.

Ein Arzt, der die Diabeteskrankheit ernst nimmt
  • misst neben dem normalen Blutzuckerwert auch regelmäßig den HbA1c-Wert. Dieser Wert ist so etwas wie das „Blutzuckergedächtnis“ und sollte alle drei Monate kontrolliert werden.
  • untersucht den Urin mithilfe eines speziellen Tests alle sechs Monate auf Eiweiß (Albumin). So kann der Arzt Nierenschäden bereits im Frühstadium feststellen.
  • kontrolliert die Füße des Diabetespatienten regelmäßig auf Hautgeschwüre (Ulcera) und entzündliche Druckstellen.
  • misst bei jedem Besuch den Blutdruck. Ein moderater Blutdruck ist extrem wichtig, da er die Gefäßschäden, die für den Diabetes typisch sind, in Grenzen halten kann.
  • überweist seinen Patienten zu einem Augenarzt. Experten sind überzeugt: Die meisten erblindeten Diabetiker könnten noch sehen, wenn sie rechtzeitig zum Augenarzt gegangen wären. Die Augenkontrolle sollte einmal im Jahr stattfinden.
  • weist Sie darauf hin, dass Sie durch Änderungen Ihres Lebensstils die Diabeteserkrankung beeinflussen können. Die Krankenkassen und der Deutsche Diabetiker Bund können Ihnen sagen, wo und wann Diabetikerschulungen stattfinden.
  • rät zu einem Diabetiker-Pass. Der Pass garantiert eine komplette und regelmäßige Kontrolle aller diagnostischen Werte, die für die Erkrankung relevant sind. Den Pass Sie in Diabetikerschulungen.

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Motivation und persönliche Ziele in der Diabetestherapie

Eine dauerhafte Motivation kann nur aus Ihrer eigenen Überzeugung kommen. Sie können sich selbst unterstützen, indem Sie beispielsweise bei der Dokumentation der Stoffwechselsituation nicht nur Entgleisungen festhalten, sondern auch positive Punkte wie einen guten Stoffwechsel in einer schweren Situation – etwa bei einer längeren Wanderung – vermerken. Achten Sie immer wieder darauf, was Sie selber motiviert und welche Situationen für Frust sorgen.

Persönliche Ziele formulieren
Wenn Sie etwas verändern möchten, dann nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Ziele genau zu überdenken und aufzuschreiben. Was genau möchten Sie erreichen? Planen Sie den Weg in kleinen Schritten, die Sie sich gut vorstellen können, und denken Sie im Voraus über Stolpersteine nach und darüber, wie Sie diese umgehen wollen.

Quellen zum Kraftschöpfen
Es ist normal, dass die Motivation irgendwann einmal nachlässt. Sollte ein Motivationstief länger anhalten, dann halten Sie inne und fragen Sie sich, woran das liegen könnte: Fühlen Sie sich nicht ausreichend unterstützt? Haben Sie Schwierigkeiten, die Erkrankung zu akzeptieren? Haben Sie private Probleme? Fällt es Ihnen im Augenblick schwer, Ihre Ziele klar zu formulieren?

Nehmen Sie sich selbst ernst und überlegen Sie, wie Sie wieder Energie und Motivation auftanken können. Nehmen Sie Hilfe von Ihrem Partner, der Familie und Freunden an. Vielleicht kann auch ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater aus der Krise führen. Mehr Zeit für sich selbst oder ein längerer Urlaub können manchmal Wunder bewirken.

Erfahrungsaustausch hilft in Krisensituationen
Ein weiterer Weg aus Krisen ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen. Das Gespräch in einer Diabetes-(Selbsthilfe-)Gruppen kann neue Anstöße geben und auch über Tiefs hinweghelfen. Zusätzlich lassen sich in der Gruppe Ziele – etwa regelmäßige Bewegung – leichter einhalten.
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Diabetes und körperliche Bewegung

Beim Thema Diabetes und Bewegung sind zwei Aspekte von besonderem Interesse: Bewegung und Sport ist für viele Menschen zwar ein wichtiger Bestandteil der Freizeit, Diabetiker müssen dabei aber einige Besonderheiten beachten. Daneben wirkt sich regelmäßige Bewegung positiv auf den Stoffwechsel aus, was Bewegung zu einem Teil der Therapie bei Diabetes Typ 1 und Typ 2 macht.

Körperliche Aktivität senkt den Blutzucker
Durch Bewegung und Sport reagiert der Körper sensibler auf Insulin und die Zuckerverwertung verbessert sich. Bei insulin- oder tablettenbehandelten Diabetikern kann es dadurch zur Unterzuckerung kommen. Als vorbeugende Maßnahme sollte beim Sport die Insulin- oder Tablettendosis abgesenkt oder die Kohlenhydratzufuhr gesteigert werden.

Engmaschige Blutzuckerkontrolle bei Diabetes Typ 1 und Sport
Vor allem als Typ-1-Diabetiker müssen Sie beim Sport Insulindosis, Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und körperliche Belastung genau aufeinander abstimmen. Dazu kontrollieren Sie über einen längeren Zeitraum die Blutzuckerwerte vor, während und nach dem Sport. Im Voraus ist eine ausführliche Beratung durch den behandelnden Arzt anzuraten. Auf keinen Fall sollten Sie bei hohen Blutzuckerwerten oder positivem Azetontest Sport treiben. Indem Sie Trainer und Trainingspartner über Warnsignale und Notfallmaßnahmen bei Unterzuckerung informieren, gewinnen Sie mehr Sicherheit.

Einfluss von Bewegung und richtiger Ernährung bei Diabetes Typ 2 wird unterschätzt
Die mühsame Anpassung von Bewegung und Blutzuckereinstellung gilt bei Diabetes Typ 2 nur bedingt. Als Typ-2-Diabetiker können Sie nahezu ohne Einschränkung Sport treiben – allerdings sollten Sie sich vorher vom Arzt beraten lassen.

Typ-2-Diabetiker profitieren besonders stark von körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung – Blutzuckereinstellung, Blutdruck und Blutfettwerte werden deutlich verbessert, in manchen Fällen wird sogar die Therapie mit Medikamenten überflüssig.

Wann, wie oft und welche Sportart?
Vor allem Ausdauersport, der Herz-Kreislauf-System und Atmung beansprucht, ist Diabetikern zu empfehlen. Wählen Sie dabei die Sportart aus, die Ihnen am meisten Spaß macht – etwa Dauerlauf (Jogging), Schwimmen, Gymnastik, Radfahren, Ballspielen, Bergsteigen und Krafttraining. Folgende Tipps sollen Ihnen helfen, dauerhaft aktiv zu werden und Freude am Sport zu haben:
  • Beginnen Sie das Training langsam und steigern Sie es stufenweise.
  • Halten Sie sich an ein systematisches Trainingsprogramm mit Aufwärmphase, Trainingsphase und Abkühlphase.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig – am besten täglich – 30 Minuten und mehr.
  • In der Gruppe macht Sport noch mehr Spaß und die Motivation ist größer.
Wenn Sie es schaffen, Sport in Ihr Leben einzubauen, werden Sie nicht nur mit einer besseren Diabeteseinstellung, sondern auch mit Fitness, Wohlbefinden und einer verbesserten Lebensqualität belohnt.
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Diabetes und Rauchen

Eine schlechte Nachricht für Raucher: Nachdem Rauchen schon lange als Risikofaktor für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt, ist nun auch bekannt, dass es zusätzlich ein unabhängiger Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes Typ 2 ist.

Rauchen verschlechtert die Wirkung von Insulin
Raucher haben deutlich häufiger eine gestörte Glukosetoleranz – mitverantwortlich für einen Diabetes Typ 2 – als Nichtraucher. Die Auswirkung des Rauchens geht so weit, dass auch Passivraucher eine höhere Glukosetoleranz und damit Anzeichen von Diabetes Typ 2 aufweisen. Die gute Nachricht: Zwischen Ex-Rauchern und Nichtrauchern besteht kaum noch ein Unterschied bezüglich des Erkrankungsrisikos.

Rauchen und diabetische Folgeerkrankungen
Außerdem ist Rauchen für die Entwicklung diabetischer Folgeerkrankungen ein wichtiger zusätzlicher Risikofaktor. So treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Nervenerkrankungen an Beinen und Füßen, Durchblutungsstörungen, Fußprobleme und bei Männern Erektionsstörungen bei rauchenden Diabetikern häufiger auf. Besonders das Risiko für diabetische Nierenerkrankungen ist bei Rauchern deutlich erhöht. Insgesamt verkürzt Rauchen bei Diabetikern die Lebenserwartung – und zwar in Abhängigkeit von der Dauer des Rauchens und der Anzahl der gerauchten Zigaretten.

Nichtrauchertraining für Diabetiker besonders wichtig
Aufgrund der erhöhten gesundheitlichen Gefahren durch das Rauchen haben Nichtrauchertrainings für Diabetiker eine besondere Wichtigkeit. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, welches Therapieangebot für Sie geeignet ist.
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Diabetes im Alltag

Um sich nicht vom Diabetes beherrschen zu lassen, ist es wichtig, die Krankheit zu akzeptieren.

Lebensgewohnheiten neu definieren
Sie selbst haben den größten Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Überdenken Sie im Zusammenhang mit Ihrer Diabeteserkrankung Ihre bisherigen Lebensgewohnheiten – etwa Ihre Lebensziele, Ihre Ernährungsgewohnheiten und den Stellenwert von körperlicher Bewegung. Eine Diabetesschulung vermittelt das nötige Wissen für den Umgang mit Diabetes und bietet gleichzeitig konkrete Hilfe bei der Veränderung von Lebensgewohnheiten.

Ausrichtung der Diabetestherapie
Teilen Sie Ihrem Arzt oder Diabetesberater Ihre Wünsche und Ziele mit, sodass die Diabetestherapie an Ihren Alltag angepasst werden kann. Der richtige Arzt für Sie ist derjenige, der Sie in Ihrer Therapie Ihren Zielen entsprechend unterstützt und nicht mit der Flut an Informationen allein lässt.

Selbstmanagement
Die Basis für das Selbstmanagement der Diabetestherapie ist Selbstverantwortung. Sie müssen Ihre Ziele definieren, aus zahlreichen Möglichkeiten eine Auswahl treffen, sich mehrmals täglich mit Ihrem Stoffwechsel beschäftigen und sich dabei selbst motivieren. Hinzu kommt, dass Sie nicht nur bei der Diabetestherapie, sondern auch „im richtigen Leben“ mit Rückschlägen und Neuanfängen konfrontiert werden. Stecken Sie deshalb Ihre Ziele nicht zu hoch: Wenn Erfolgserlebnisse zu selten und Misserfolge umso häufiger sind, führt das auf Dauer zu Frustration.
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Diabetes in Familie und Partnerschaft

Schnell kommt es sonst zu Vorwürfen, weil sich der Diabetiker unnötig kontrolliert und der Partner mit seinem Hilfsangebot brüsk zurückgewiesen fühlt.Diabetes beeinflusst nicht nur den Diabetiker selbst, sondern auch Partner, Familie und Freunde.

Unterstützung verbessert den Therapieerfolg
Für Diabetiker ist eine gute Unterstützung durch Partner, Kinder, Angehörige und Freunde sehr hilfreich. Doch Unterstützung kann nicht nur positiv, sondern auch negativ erlebt werden. Vor allem Jugendliche haben häufig das Problem, dass durch Überfürsorglichkeit und Einmischung in die Privatsphäre der eigenverantwortliche Umgang mit dem Diabetes gestört wird. Daneben können zu große Sorgen nahestehender Menschen beim Diabetiker ein Gefühl von Einengung erzeugen.

Auch das Umfeld ist betroffen
Nicht nur der Diabetiker selbst, auch Partner, Familie und Freunde müssen zunächst die Situation akzeptieren und lernen, mit der Diabeteserkrankung umzugehen. Gut ist deshalb, wenn sich die Angehörigen über Diabetes informieren. Wenn sie viel über die Erkrankung selbst, den Umgang mit Blutzuckermessgerät und Insulin und die Ernährung wissen, fühlen sie sich nicht mehr so unsicher.

Diabetes in der Partnerschaft
Ein ständiges schlechtes Gewissen, durch die Krankheit eine Belastung zu sein, oder unausgesprochene Vorwürfe wegen der Diabeteserkrankung sind Gift für eine Partnerschaft. In einer guten Beziehung sollten Sie über alles sprechen können. Diskutieren Sie auch über die alltäglichen Erlebnisse, Sorgen und Nöte rund um den Diabetes und versuchen Sie, die Position des jeweils anderen zu verstehen.

Im Alltag können feste Regeln für einige Bereiche Stress vermeiden. Wenn Sie zum Beispiel in einer stressfreien Zeit aushandeln, wie das Verhalten bei Unterzuckerung sein sollte, so können Sie in dieser angespannten Situation Stress vermeiden. Schnell kommt es sonst zu Vorwürfen, weil sich der Diabetiker unnötig kontrolliert und der Partner mit seinem Hilfsangebot brüsk zurückgewiesen fühlt.
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Diabetes und Sexualität

Viele Menschen sind davon betroffen, dennoch ist es immer noch ein Tabuthema: Diabetes führt bei vielen Betroffenen zu sexuellen Störungen. Etwa jeder zweite männliche Diabetiker – das sind mehr als doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt – leidet an sexuellen Störungen. Bei Diabetikerinnen ist der Einfluss auf die Sexualität noch wenig erforscht, doch auch bei Frauen mit Diabetes kommt es überdurchschnittlich oft zu sexuellen Störungen.

Häufige körperliche Ursache für sexuelle Störungen bei Diabetikern
Durch die Diabeteserkrankung werden auch die Nerven im Genitalbereich allmählich geschädigt, es kommt zur sogenannten autonomen Neuropathie. Bei Männern macht sich diese in einer fortschreitenden Erektionsstörung bis hin zur Impotenz bemerkbar. Bei Frauen wird durch die Nervenschädigung die Erregungsphase ebenfalls gestört: Lubrikationsstörungen – das mangelnde Feuchtwerden der Schleimhäute – sind doppelt so häufig wie bei Nichtdiabetikerinnen.

Diagnose und Behandlung der Impotenz beim Mann
Die Impotenz des Diabetikers kann neben einer Neuropathie noch weitere Ursachen haben. Neben akuten Störungen durch einen hohen Blutzucker und Langzeitfolgen wie Durchblutungsstörungen können auch Nebenwirkungen von Medikamenten (zum Beispiel Betablockern), Hormonstörungen oder andere Erkrankungen für sexuelle Störungen verantwortlich sein. Bei etwa jedem zweiten Diabetiker spielen seelische Probleme eine große Rolle.

Zu Beginn der Behandlung sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt stehen, darauf baut die weitere Diagnosestellung auf. Mit potenzsteigernden Medikamenten kommt bei etwa 60 Prozent der Diabetiker eine Erektion zustande – und auch mit anderen Therapien von Erektionsstörungen kann Diabetikern gut geholfen werden. Psychologische Beratung und Psychotherapie haben bei sexuellen Störungen ebenfalls einen hohen Stellenwert.

Behandlung von sexuellen Störungen bei Frauen mit Diabetes
Störungen der Sexualität aufgrund von Diabetes werden bei Frauen den Beschwerden entsprechend behandelt. Mangelndem Feuchtwerden der Schleimhäute kann mit Gleitcremes oder einem verlängerten Vorspiel entgegengewirkt werden. Daneben kann eine bessere Einstellung des Blutzuckers die Schleimhautfunktion und auch die allgemeine Stimmungslage günstig beeinflussen. Bei Diabetikerinnen kommt es – vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung – häufiger zu Scheiden- oder Harnwegsinfektionen. Diese sollten rasch und gründlich behandelt werden. Die psychologische Beratung und Psychotherapie haben auch bei sexuellen Störungen von Frauen einen hohen Stellenwert.

Wie gehe ich mit sexuellen Problemen in der Partnerschaft um?
Sexuelle Störungen haben häufig einen sehr starken Einfluss auf das Selbstwertgefühl und das allgemeine Wohlbefinden. Zusätzlich entsteht beim Partner oft Unsicherheit und Verwirrung. Neben der Therapie der gestörten Sexualfunktion ist deshalb ein offenes Gespräch der Betroffenen wichtig, in dem sie sich sowohl über die sexuellen Störungen als auch über ihre Gefühle austauschen.
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Diabetes und Psyche

Diabetiker haben gegenüber Menschen ohne Diabetes ein etwa doppelt so hohes Risiko füreine Depression. Das Risiko, an Angststörungen zu erkranken, ist dagegen gleich hoch.

Depression und schlechte Blutzuckereinstellung
Häufig geht das Auftreten einer Depression mit Problemen in der Diabetestherapie im Alltag einher. Eine ungünstige Blutzuckerlage mit hohen HbA1c-Werten, das Auftreten diabetischer Folgeerkrankungen und schwere, wiederkehrende Unterzuckerungen sind häufig Grund für steigende Therapieunzufriedenheit und erheblich verminderte Lebensqualität. Diese Belastungen begünstigen offenbar das Auftreten einer Depression. Zusätzlich können sich Diabetes und Depression gegenseitig verstärken.

Anzeichen einer Depression
Jeder Mensch ist manchmal niedergeschlagen oder depressiv verstimmt. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, so könnte eine Depression dahinter stehen. Anzeichen einer Depression sind unter anderem traurige Stimmung, Interessensverlust, Antriebsverlust, mangelnde Freude an sonst freudigen Ereignissen und gesteigerte Ermüdbarkeit, die länger als zwei Wochen anhalten. Auch ein Verlust des Selbstwertgefühls, unbegründete Selbstvorwürfe, Schlafstörungen, Angstgefühle, Appetitstörungen oder Selbstmordgedanken können auf eine Depression hinweisen. Wenn Sie diese Anzeichen an sich feststellen, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden: Die Diagnose ist in einem Gespräch im Allgemeinen einfach zu stellen.

Gute Therapieerfolge bei der Behandlung von Depressionen
Für die Behandlung einer Depression ist die Grundvoraussetzung die Einsicht, an einer Depression erkrankt zu sein. Die Therapieerfolge sind sehr gut: 80 Prozent der Erkrankten werden erfolgreich behandelt. Die wichtigsten Therapiemaßnahmen sind therapeutische Gespräche (Psychotherapie) und Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva). Besonders geeignet für Diabetiker sind Medikamente vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).
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Diabetes im Beruf

Berufswahl bei Diabetes
Auch bei Diabetikern sollte sich die Berufswahl in erster Linie nach Neigungen, Begabung und Fähigkeiten richten. Auf keinen Fall sollte die Wahl des Berufes an gefährlichen Arbeiten, die während der Ausbildung, nicht aber im späteren Berufsleben gefordert sind, scheitern (zum Beispiel der Umgang mit Drehmaschinen bei Technischen Zeichnern, Bereitschaftsdienst bei Pflegeberufen). Manche Berufe sind allerdings für Diabetiker weniger geeignet – vor allem, wenn durch einemögliche Unterzuckerung Gefahren für den Diabetiker wie für andere entstehen.

Diagnose Diabetes im Berufsleben
Tritt der Diabetes später im Berufsleben auf, so kann eine diabetesbedingte Einschränkung die Ausübung des Berufes beeinträchtigen (zum Beispiel Außendiensttätigkeit oder Schichtarbeit mit sehr unregelmäßigem Tagesablauf). Klären Sie in diesem Fall zunächst, ob Sie Ihre Erfahrungen in einer anderen Tätigkeit im Betrieb einbringen können. Erst, wenn dieser Weg nicht möglich ist, sollten Sie über eine Umschulung nachdenken.

Berufe mit Selbst- oder Fremdgefährdung sind weniger geeignet
Als Diabetiker sollten Sie berücksichtigen, dass die Neigung zur Unterzuckerung (Hypoglykämie) eine Einschränkung bei der Berufswahl darstellen kann. Denn bei einer Unterzuckerung ist die Leistungsfähigkeit – wenn auch nur kurz – vermindert und es kann sogar zur Bewusstseinstrübung kommen. In manchen Berufen können schwere Hypoglykämien eine Selbst- oder Fremdgefährdung bedeuten. Folgende Berufe sind deshalb für Diabetiker weniger geeignet:
  • Berufliche Personenbeförderung oder Transport gefährlicher Güter (zum Beispiel Pilot oder Busfahrer)
  • Überwachungsfunktionen mit alleiniger Verantwortung über das Leben anderer (zum Beispiel Fluglotse)
  • Waffengebrauch (zum Beispiel Polizist oder Soldat)
  • Absturzgefahr oder andere gefährliche Arbeitsplätze (zum Beispiel Dachdecker oder Schornsteinfeger)
  • Arbeiten im Überdruck und Taucharbeiten
  • Arbeiten weitab von jeglicher Zivilisation
Einige Berufe erschweren die Diabeteseinstellung und bergen Risiken
Tätigkeiten, bei denen der Tagesablauf nicht ausreichend vorausplanbar ist, können die Diabeteseinstellung erschweren. Dazu zählen sehr unregelmäßige Essenszeiten, stark wechselnde körperliche Belastung oder fehlende Möglichkeiten zum Zuckermessen und Insulin spritzen. Auch durch diabetische Folgeerkrankungen, – etwa an den Augen – können weitere berufliche Einschränkungen entstehen. Daneben sollten Diabetiker beachten, dass Belastungen durch starke Hitze, Überdruck oder ähnliches im Einzelfall gegen die Tätigkeit sprechen könnten. Generelle Einschränkungen sollten hier aber nicht gemacht werden.

Wann auf die Erkrankung hinweisen?
Bewerber müssen nicht auf ihre Diabeteserkrankung hinweisen und Fragen nach einem Diabetes – außer mit berechtigtem Hintergrund für die Tätigkeit – nicht (wahrheitsgemäß) beantworten. Anders sieht es mit der Frage nach Schwerbehinderung aus: Wird diese nicht wahrheitsgemäß beantwortet, kann das Arbeitsverhältnis aufgrund unwahrer Angaben angefochten werden.
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Diabetes und Schwangerschaft

Durch einen gut eingestellten Blutzucker und umfassende Betreuung der Schwangeren lässt sich heutzutage das Risiko für Mutter und Kind relativ gering halten. Eine Diabetikerin hat heute die Chance auf eine normale Schwangerschaft und kann ein gesundes Kind zur Welt bringen. Jedoch sollte sie möglichst schon bei der Planung der Schwangerschaft gemeinsam von einem Diabetologen und einem diabetologisch erfahrenen Gynäkologen betreut werden.

Von einer Schwangerschaft abgeraten wird Diabetespatientinnen nach einem Herzinfarkt. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Diabetikerinnen mit fortgeschrittener Nephropathie, schwerer Retinopathie und ausgeprägter arterieller Verschlusskrankheit der Beckenarterien.

Risiken für Mutter und Kind
Heutzutage kann den meisten Frauen mit Diabetes grundsätzlich zu einer Schwangerschaft geraten werden, wenn Kinderwunsch besteht.

Eine optimale Betreuung und Stoffwechseleinstellung von schwangeren Diabetikerinnen ist in Deutschland allerdings leider noch nicht Alltag. Insofern liegen die Zahlen sowohl für Frühgeburten als auch für kindliche Fehlbildung und Säuglingssterblichkeit immer noch über denen stoffwechselgesunder Frauen. Die Säuglingssterblichkeit ist vor allem durch die diabetische Fetopathie mit ungenügender Organreife, Mangelentwicklung und diversen Stoffwechselstörungen wie Unterzuckerungen begründet.

Relativ häufig sind bei schwangeren Diabetikerinnen die starke Zunahme der Fruchtwassermenge und ein abnormales Größenwachstum der Kinder (fötale Makrosomie). Bei der Geburt wiegen sie meistens mehr als 4.000 Gramm. Aufgrund der starken Gewichtszunahme kann es zu Problemen während der Geburt kommen, die auch für das Kind belastend sind.

Mütterlicherseits besteht ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Infektionen der Harnwege, der Scheide und des Gebärmutterhalses sowie zu Plazentainsuffizienz und vorzeitigen Wehen. Eine diabetische Retinopathie und/oder Nephropathie kann sich im Laufe der Schwangerschaft verschlechtern. Unter der Diabetesbehandlung können Unterzuckerungen, aber auch Ketoazidosen auftreten.

Sämtliche Risiken für Mutter und Kind lassen sich allerdings durch eine gute Blutzuckereinstellung – möglichst schon vor der Schwangerschaft – minimieren beziehungsweise verhindern. Während der gesamten Schwangerschaft und Geburt ist eine spezialisierte diabetologisch-internistische und diabetologisch-gynäkologische Betreuung dringend zu empfehlen.
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Diabetes-Vorsorge in der Schwangerschaft

Die Mutterschaftsvorsorge bei Diabetikerinnen ist während der gesamten Schwangerschaft intensiver als bei stoffwechselgesunden Frauen und sollte die folgenden Maßnahmen beinhalten.

Regelmäßige Arztbesuche
Schwangere Diabetikerinnen sollten sich mindestens alle zwei Wochen bei ihrem Gynäkologen vorstellen. Die Betreuung sollte in Zusammenarbeit mit einem Diabetologen und nach Möglichkeit auch mit einem diabetologisch erfahrenen Gynäkologen beziehungsweise Perinatalzentrum erfolgen.

Ultraschalluntersuchungen
Generell wird empfohlen, Ultraschalluntersuchungen im Abstand von vier Wochen durchzuführen – gegen Ende der Schwangerschaft im Abstand von zwei Wochen. Neben der Kontrolle des Kindeswachstums sollte auch die Fruchtwassermenge beurteilt werden. Eine frühe Ultraschalluntersuchung zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche (SSW) dient der Feststellung der Schwangerschaft, eine ausführliche Ultraschalluntersuchung in der 20. bis 22. SSW dient dem Ausschluss von Organfehlbildungen.

Kontrolle der Kindesentwicklung
Ab der 28. Woche werden mithilfe von CTG und Doppler-Sonografie intensiv die kindlichen Bewegungen zur Beurteilung des Ungeborenen erfasst. Dabei sollte die CTG-Untersuchung ab der 32. Woche zweimal wöchentlich, ab der 35. Woche noch häufiger durchgeführt werden. Die Doppler-Sonografie kommt bei Schwangeren mit Bluthochdruck und kindlicher Wachstumsverzögerung zum Einsatz.

Klinikeinweisung und Entbindung
Ein bis zwei Wochen vor Entbindungstermin empfiehlt sich die stationäre Überwachung der Schwangerschaft. War der Verlauf komplikationslos, kann die Schwangere vaginal zum Termin entbinden. Ein Übertragen sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Stillen ist für Diabetikerinnen genauso möglich wie für stoffwechselgesunde Frauen.

Komplikationen
Wegen des erhöhten Risikos für eine Retinopathie sollte bei Feststellung der Schwangerschaft der Augenhintergrund untersucht und gegebenenfalls regelmäßig kontrolliert werden. Bei diabetischer Nephropathie müssen Eiweißausscheidung, Serumkratinin und Blutdruck regelmäßig überwacht werden.
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Diabetestherapie in der Schwangerschaft

Blutzuckereinstellung
Zur Vermeidung von Risiken während der Schwangerschaft sollte die Diabetespatientin bereits vor der Schwangerschaft eingehend geschult und durch eine intensivierte Insulintherapie auf normale Blutzuckerwerte gebracht werden.

Zielwerte für den kapillären Blutzucker bei einer schwangeren Diabetikerin sind:
  • unter 90 mg/dl vor den Mahlzeiten
  • unter 140 mg/dl eine Stunde nach den Mahlzeiten
  • unter 120 mg/dl zwei Stunden nach den Mahlzeiten
In der ersten Hälfte der Schwangerschaft sollte das HbA1c im oberen Normbereich, später im unteren Normbereich stoffwechselgesunder Schwangerer liegen. Dieser Wert sollte einmal im Monat kontrolliert werden.

Insulintherapie
Da Tabletten gegen Diabetes in der Schwangerschaft nicht gegeben werden dürfen, wird die intensivierte Insulintherapie eingesetzt. Die intensivierte Insulintherapie erfolgt durch vier oder fünf tägliche Injektionen mit Verzögerungsinsulin als Basis und Normalinsulin als Bolus vor den Mahlzeiten. Nur manche Schwangere kommen mit weniger Injektionen aus. Insgesamt sollte die Insulintherapie je nach Bedarf individuell angepasst sein. Dementsprechend muss der Blutzucker mehrmals täglich kontrolliert werden.

Insulinbedarf
Im ersten Drittel der Schwangerschaft ist der Insulinbedarf meist unverändert, manchmal sogar erniedrigt. Im Verlauf der Schwangerschaft steigt er jedoch stetig bis zur 36. SSW an, um dann konstant zu bleiben oder wieder leicht abzufallen. Da die Insulindosen aus diesem Grund ständig neu angepasst werden müssen, sollte die Patientin während der Schwangerschaft ihren Diabetologen alle zwei Wochen aufsuchen.
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Diabetes und Infektionen

Bei Diabetikern ist das Immunsystem geschwächt. Deshalb erkranken sie häufiger an Infektionen und Entzündungen.

Diabetiker bekommen schneller Schnupfen und Grippe
Vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung erkranken Diabetiker leichter an Erkältungen. Lassen Sie sich deshalb gegen Grippe impfen. Daneben können Sie Ihre Infektabwehr etwa durch viel vitaminreiches Obst und Gemüse, regelmäßige Saunabesuche und ausreichend Schlaf stärken.

Wunden heilen bei Diabetikern schlechter
Auch die Wundheilung ist bei Diabetikern gestört: Wunden heilen deutlich langsamer ab und es kommt leichter zu chronischen Wunden. Daher sollten Sie als Diabetiker besonders auf Infektionen und Wunden achten und diese fachgerecht behandeln (lassen). Chronische Wunden sollten von einem Diabetes-Spezialisten behandelt werden. Und auch wenn der Gedanke zunächst abstoßend wirkt: Sehr gute Erfolge bei nicht heilenden Wunden werden zum Beispiel durch die Behandlung mit sterilen Fliegenmaden erzielt.

Zahnfleischentzündungen sind häufiger
Diabetes ist neben Rauchen der Hauptrisikofaktor für Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) – vor allem bei schlechter Blutzuckereinstellung.Durch die diabetische Angiopathie, eine gestörte Funktion der Blutgefäße, wird das Zahnfleisch schlechter mit Sauerstoff versorgt und durch das geschwächte Immunsystem sind Infektionen und Entzündungen häufiger. Zusätzlich wirkt eine Zahnfleischentzündung auf den Blutzucker. Bei einer schweren Parodontitis nimmt die Insulinempfindlichkeit ab und es kommt zusätzlich häufiger zu Herzinfarkten oder Nierenschäden. Achten Sie aus diesem Grund auf eine gute Zahnpflege – besonders wenn Sie rauchen – und nehmen Sie auch die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt regelmäßig wahr.

Fußpilz kann dem diabetischen Fuß vorausgehen
Für Diabetiker stellt Fußpilz eine besondere Gefahr dar: Wird er nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er bakteriellen Infektionen oder Wunden den Weg bereiten und es kann zum gefürchteten diabetischen Fuß kommen. Da Sie als Diabetiker besonders anfällig für Pilzerkrankungen sind, sollten Sie regelmäßig und gründlich Ihre Füße und die Zehenzwischenräume untersuchen. Sollten Sie eine Infektion bei sich bemerken, beginnen Sie direkt die Behandlung mit sogenannten Antimykotika aus der Apotheke. Bei ausgedehnten oder länger anhaltenden Infektionen sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen.

Harnwegsinfekte sind bei Diabetikerinnen häufiger
Diabetikerinnen sind etwa 1,8-mal öfter von Harnwegsinfekten betroffen als Nicht-Diabetikerinnen. Die Häufigkeit von Harnwegsinfekten scheint mit der Dauer der Diabeteserkrankung zuzunehmen. Bei hohen Blutzuckerwerten geht auch Zucker in den Urin über, der das Wachstum von Bakterien begünstigt. Sie können einer Harnwegsinfektion vorbeugen, indem Sie hohe Blutzuckerspiegel senken, ausreichend trinken (mindestens zwei Liter pro Tag), regelmäßig die Blase entleeren (vor allem nach dem Geschlechtsverkehr oder einem Schwimmbadbesuch) und eine sorgfältige Intimhygiene betreiben.
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Rund um die Füße bei Diabetes

Gerade für Diabetiker spielt die sorgfältige Fußinspektion und -pflege eine wichtige Rolle, da aus jeder kleinen Verletzung ein Geschwür (Ulcus) oder Entzündungsherd entstehen kann. Diabetiker mit Gefühlsstörungen an den Füßen bemerken diese Verletzungen häufig erst spät oder gar nicht. Viele Amputationen bei Diabetikern könnten aber durch eine sorgfältige Beobachtung und Behandlung der Füße vermieden werden.

Vorsicht Druckstellen!
Bei ausgedehnten Wanderungen, beim Bergsteigen oder sonstigen sportlichen Betätigungen kann es schnell zu Blasen oder Druckstellen an den Füßen kommen. Deshalb sollten Sie sich als Diabetiker zur Gewohnheit machen, täglich die Füße zu inspizieren – eventuell auch mit einem Spiegel. Nehmen Sie auch unbedingt alle Untersuchungstermine wahr, die Sie mit Ihrem Arzt im Gesundheits-Pass Diabetes festgehalten haben.
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Wie kann ich bei Diabetes Fußverletzungen vorbeugen?

Wie kann ich bei Diabetes Fußverletzungen vorbeugen?
Wegen möglicher begleitender Nerven- und damit Gefühlsstörungen sind die Füße von Diabetikern stärker verletzungsgefährdet. Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Verletzungen vermeiden können:
  • An erster Stelle steht – wie so oft – eine gute Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung.
  • Tragen Sie bequeme und ausreichend weite Schuhe. Achten Sie auf gutes Material (am besten Leder) und gute Polsterung. Neue Schuhe sollten Sie immer erst stundenweise tragen. Kontrollieren Sie Ihre Schuhe regelmäßig per Hand auf Unebenheiten, Druckstellen oder kleine Steinchen.
  • Turnschuhe und Gummischuhe fördern die Schweißbildung und damit auch Fußpilz. Sie sind deshalb ungeeignet.
  • Häufig sind Einlagen oder orthopädische Schuhe zur Entlastung der Füße sinnvoll – insbesondere, wenn bereits Fußdeformierungen vorliegen.
  • Wenn Sie Sport treiben, ist das richtige Schuhwerk besonders wichtig, weil es hier sehr schnell zu Druckstellen kommen kann. Sport- und Wanderschuhe deshalb am besten zu Hause mehrmals probetragen.
  • Tragen Sie Baumwollstrümpfe ohne drückende Naht und wechseln Sie die Strümpfe täglich.
  • Laufen Sie nicht barfuß, insbesondere nicht in Schwimmbädern, Sauna und Hotelzimmern – es besteht die Gefahr einer Fußpilzinfektion. Am Strand besteht durch herumliegende Glasscherben oder andere spitze Gegenstände Verletzungsgefahr mit nachfolgender Infektion.
  • Setzen Sie Ihre Füße keiner großen Hitze aus – auch hier besteht Verletzungsgefahr. Verwenden Sie zum Beispiel keine Wärmflaschen und keine Heizdecken. Auch am Kachelofen oder am offenen Feuer besteht Verletzungsgefahr. Vermeiden Sie außerdem, dass Ihre Füße zu starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind.

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Die richtige Fußpflege bei Diabetes
Hier einige Tipps, worauf Sie als Diabetiker bei der täglichen Fußpflege achten sollten:
  • Schauen Sie sich täglich Ihre Füße auf jegliche Veränderung hin an, betrachten Sie insbesondere die Zehenzwischenräume und die Fußsohlen. Benutzen Sie dazu notfalls einen Spiegel oder bitten Sie einen Angehörigen.
  • Baden Sie die Füße zweimal wöchentlich lauwarm – jedoch höchstens fünf Minuten, damit die Haut nicht zu sehr aufweicht. Prüfen Sie die Wassertemperatur mit einem Thermometer. Benutzen Sie rückfettende Seife.
  • Trocknen Sie Ihre Füße sehr sorgfältig ab – besonders zwischen den Zehen. Verwenden Sie am besten ein weiches Handtuch, damit die Haut durch das Reiben nicht verletzt wird.
  • Benutzen Sie für die Nagel- oder Fußpflege niemals scharfe Gegenstände wie Rasierklingen, Zangen oder Raspel, sondern ausschließlich stumpfe Feilen für Ihre Nägel oder Bimsstein für Ihre Hornhaut.
  • Schneiden Sie Ihre Fußnägel gerade ab und feilen Sie die Nägel mit einer stumpfen Nagelfeile – ebenfalls gerade. Kürzen Sie Ihre Nägel nur so weit, dass sie mit dem Zehenrand abschließen. Ein Einwachsen der Fußnägel lässt sich so vermeiden.
  • Cremen Sie raue Stellen und Hornhautpartien (Ferse und Sohle) mit feuchtigkeitshaltiger Creme oder Salbe ein, um Risse zu vermeiden. Dafür gibt es spezielle Produkte. Tragen Sie diese Salben aber nicht zwischen den Zehen oder auf wunden Stellen auf.
  • Gehen Sie bei allen Veränderungen wie Blasen- oder Hühneraugenbildung, Rötungen, Schwellungen, Einrissen, Hautabschilferungen oder sonstigen Verletzungen sofort zum Arzt oder Podologen. Nehmen Sie alle Veränderungen an Ihren Füßen sehr ernst.
  • Als Diabetiker sollten Sie sich ausschließlich an speziell ausgebildete medizinische Fußpfleger (Podologen) wenden. Die Adresse können Sie bei Ihrem Haus- oder Facharzt erfragen.

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Reisen mit Diabetes mellitus

Wenn Ihre Diabeteseinstellung gut ist und Sie keine schwerwiegende Folgeerkrankung haben, steht Ihnen die Welt offen. Natürlich gibt es Besonderheiten zu beachten, die hauptsächlich mit dem veränderten Klima und den Lebensbedingungen auf Reisen zusammenhängen. Mit folgenden Tipps möchten wir Ihnen Appetit auf einen unbeschwerten Urlaub machen.

Alle wichtigen Infos zum „Abhaken“ finden Sie auf unserer Checkliste zum Download oder Ausdrucken:

Reise-Checkliste (PDF von vitanet.de)

Lassen Sie das Attest über das Mitführen von Diabetesbedarf von Ihrem Arzt ausfüllen – für reibungslose Grenz- und Gepäckkontrollen:

Attest zum Mitführen von Diabetesbedarf (PDF von vitanet.de)

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Reisevorbereitung für Diabetiker – für einen unbeschwerten Urlaub

Diabetiker können reisen wie Gesunde. Sie sollten die Reise nur sorgfältig vorbereiten, damit Sie einen unbeschwerten Urlaub genießen können.

Kontrolluntersuchung vor Reiseantritt
Zur Reisevorbereitung gehört eine Kontrolluntersuchung bei Ihrem Arzt vier bis sechs Wochen vor Reiseantritt. Für die Reise sollte Ihr Gesundheitspass aktuell sein, eventuell benötigen Sie zusätzlich ein Attest für das Mitführen Ihres Diabetikerbedarfs. Prüfen Sie außerdem Ihr Wissen über das Verhalten in verschiedenen Notfallsituationen – das Gleiche gilt für Ihre Reisebegleitung.

Impfungen frühzeitig durchführen
Prüfen Sie rechtzeitig vor Reiseantritt Ihren Impfschutz. Da nach manchen Impfungen der Blutzucker ansteigt, sollte bei Diabetikern zwischen verschiedenen Impfungen genügend Zeit bleiben.

Ausreichend Medikamente mitnehmen
Nicht in allen Ländern sind alle Diabetesmedikamente und Hilfsmittel problemlos verfügbar. Nehmen Sie besser alles, was Sie benötigen, in ausreichender Menge mit. Berechnen Sie den Bedarf an Medikamenten und Blutzuckermessstreifen für die Urlaubszeit großzügig und nehmen Sie die doppelte Menge mit: So sind Sie auch für Ausnahmesituationen gerüstet. Denken Sie auch an Ersatzbatterien für Ihr Blutzuckermessgerät. Direkt ablesbare Blutzuckermessstreifen sind hilfreich, falls das Messgerät ausfällt.

Notfallsituationen vorbeugen
Im Urlaub ändert sich der normale Tagesablauf. Häufig bewegt man sich mehr im Freien oder treibt mehr Sport. Das Essen wird zu anderen Tageszeiten eingenommen, zusätzlich kann die landestypische Kost ungewohnt sein. Daher sollten Sie für Notfallsituationen gerüstet sein: Messen Sie häufig den Blutzucker. Für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) sollten Sie Glucagon im Reisegepäck haben. Mit Ketonmessstreifen können Sie Stoffwechselentgleisungen rechtzeitig erkennen.

Kohlenhydrate für unterwegs
Speziell als insulinpflichtiger Diabetiker sollten Sie kohlenhydratreiche Nahrungsmittel gegen Hypoglykämien im Reisegepäck haben. Nehmen Sie genügend Rationen an Traubenzucker, Glukosesirup, Gummibärchen, Keksen, Trockenobst oder anderen Nahrungsmitteln mit.

Vorbereitung aufs Urlaubsland
Informieren Sie sich schon zu Hause über die landestypische Ernährung: Welche Haupt- und Grundnahrungsmittel gibt es? Wie ist deren Kohlenhydratgehalt? Informationen finden Sie in Kochbüchern, Reiseführern und Nährwerttabellen – oder Sie besuchen schon zu Hause ein Restaurant mit der Küche Ihres Urlaubslandes.

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Blutzuckermessung und Insulin reagieren auf Reisen oft anders

Blutzuckermessung und Insulin reagieren temperaturabhängig

Im Urlaub können sich Insulin und Blutzuckermessung durch das veränderte Klima unerwartet verhalten.

Die Blutzuckermessung ist temperaturabhängig
Die Funktion von Blutzuckerteststreifen ist an eine bestimmte Temperatur gebunden. Moderne Testgeräte verfügen meist über einen Temperatursensor, der eine genaue Messung bei 15 bis 35 Grad Celsius ermöglicht. Ein modernes Blutzuckermessgerät zeigt Ihnen an, wenn wegen zu niedriger („l“ für „low“) oder zu hoher Temperatur („h“ für „high“) kein genaues Messergebnis ermittelt werden kann. Das ist sinnvoll, denn kein Ergebnis zu erhalten ist sicherer als ein falsches, das zu einer falschen Medikamentendosierung führen könnte. Messen Sie in solchen Fällen erneut unter günstigeren Bedingungen.

Transport von Utensilien zur Blutzuckermessung
Schützen Sie Teststreifen, Sensoren und Messgerät vor zu großer Hitze und direkter Sonneneinstrahlung. Dazu können Sie Ihre Utensilien zum Beispiel in ein Handtuch einwickeln. Bei hoher Luftfeuchtigkeit verschließen Sie das Teststreifenröhrchen nach der Entnahme sofort sorgfältig. Bei Minusgraden tragen Sie Teststreifen und Messgerät am besten dicht am Körper. Messen Sie zügig und im Windschatten. In großen Höhen (ab 4.000 Meter) ist eine zuverlässige Bestimmung des Blutzuckerspiegels nicht mehr gewährleistet, da der Test auch vom Sauerstoffgehalt der Luft abhängig ist.

Auch Insulin ist temperaturempfindlich
Auch die Wirkung von Insulin ist temperaturabhängig. Bei warmen Temperaturen wirkt Insulin besser, in großen Höhen kann die Insulinwirkung unberechenbar werden. Außerdem muss Insulin vor zu großer Hitze und Kälte geschützt werden. In sehr heißen Klimazonen sollten Sie Ihr Insulin dunkel und bruchsicher aufbewahren – etwa in einer kleinen Kühltasche oder Thermoskanne. Bei Minusgraden kann Insulin schnell kältegeschädigt werden und seine Wirkung verlieren. Tragen Sie deshalb Ihr Insulin immer möglichst nah am Körper und nicht in Außentaschen oder im Rucksack. Aus dem gleichen Grund gehört Insulin bei Flugreisen nicht in den Koffer, sondern ins Handgepäck. Denn die Koffer könnten im Laderaum Minusgraden ausgesetzt sein. Ebenso hitze- und kälteempfindlich ist Glukagon, deshalb muss es genauso wie Insulin geschützt werden.
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Diabetes: Tipps für die Reise

Flugreisen mit Diabetes
Die meisten Fluggesellschaften bieten auf ihren Flügen spezielle Menüs für Diabetiker an, die im Voraus bestellt werden müssen – bei der Buchung oder telefonisch bis 24 Stunden vor dem Abflug. Versichern Sie sich beim Check In, ob Ihr Diabetikermenü an Bord ist.

Bei Flugreisen sollten Sie Ihren Diabetikerbedarf im Handgepäck transportieren. Insulin und Glukagon könnten bei niedrigen Temperaturen im Gepäckraum Schaden nehmen – außerdem gehen immer wieder Koffer verloren. Noch größere Sicherheit haben Sie, wenn Sie Ihren Diabetesbedarf auf Ihr Handgepäck und das Ihrer Reisebegleitung verteilen. Vergessen Sie nicht, ausreichend Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker, Gummibärchen, Keksen oder Trockenobst gegen Unterzuckerungen mitzunehmen. Auf dem Flug sollten Sie ausreichend trinken und regelmäßig Ihren Blutzucker messen – vor allem bei Flügen mit Zeitverschiebung.

Autoreisen mit Diabetes
Bei längeren Autofahrten sollten Sie vor allem darauf achten, nicht in eine Unterzuckerung zu geraten. Treten Sie die Fahrt nur mit guten Blutzuckerwerten an. Essen Sie jede Stunde eine Kleinigkeit, legen Sie spätestens alle zwei Stunden eine Pause ein und messen Sie regelmäßig den Blutzucker. Halten Sie ausreichend schnell wirkende Kohlenhydrate in Form von Traubenzucker oder Glukosesirup bereit. Beim Verdacht auf Unterzuckerung sollten Sie sofort einen Parkplatz anfahren und erst weiterfahren, wenn sich Ihr Zustand normalisiert hat. Wegen der Störung des Tagesrhythmus sollten sie Nachtfahrten unterlassen. Nachtfahrten sollten Sie vermeiden, weil dadurch der Tagesrhythmus gestört wird. Während der Fahrt sollte Ihr Insulin nicht im Handschuhfach oder auf der Hutablage liegen, da es sich dort stark aufheizen könnte.

Reisen in warme Klimazonen
Bei Reisen in ein wärmeres Klima kann sich die Insulinwirkung verstärken. Das Insulin wird durch die Wärme schneller ins Blut aufgenommen, zusätzlich kann eine Insulinresistenz bei Wärme abnehmen. Die Temperatur beeinflusst auch die Blutzuckermessstreifen, dadurch sind falsch hohe Blutzuckerwerte möglich. Wichtig zu wissen: Tritt bei hohen Temperaturen ein hoher Blutzucker auf, kann Ihr Körper schneller austrocknen. Bedenken Sie, dass Insulin durch Wärme und vor allem durch direktes Sonnenlicht in seiner Wirkung abgeschwächt wird. Achten Sie auch auf Ihre Haut: Bei feucht-warmem Klima steigt die Gefahr für Hautinfektionen. Außerdem können die Warnsignale für Verbrennungen durch zu viel Sonnenlicht aufgrund einer diabetischen Neuropathie unterdrückt sein.

Reisen in große Höhen
Die Insulinwirkung kann bei großer Höhe unberechenbar werden und die Blutzuckermessung kann falsch niedrige Werte ergeben. Die Symptome für eine Unterzuckerung und die Höhenkrankheit sind sich sehr ähnlich, die Unterscheidung ist schwer – zusätzlich senkt Kältezittern den Blutzucker. Diabetische Vorerkrankungen stellen in großen Höhen ein weiteres Risiko dar: Bei der diabetischen Neuropathie steigt für Diabetiker die Gefahr für Erfrierungen und bei Gefäßerkrankungen (ischämischen Erkrankungen) die Gefahr für Komplikationen.

Kleidung und Schuhe
Auf Reisen sollten Sie besonders auf Ihre Füße achten: Um Verletzungen oder Verbrennungen zu vermeiden, laufen Sie möglichst nicht barfuß. Achten Sie auf bequeme Schuhe und Strümpfe ohne scheuernde Nähte – und tragen Sie im Urlaub keine neuen Schuhe. Bei großer Hitze ist lockere, weite Kleidung aus Naturfasern ideal.
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Dosisanpassung bei Zeitverschiebung

Bei Fernreisen stehen Diabetiker vor der Frage, wie sie die Medikamenteneinnahme an die veränderte Tageslänge anpassen sollen. In der folgenden Tabelle finden Sie einen Überblick über die Anpassung der Therapie an Zeitverschiebungen.

Vor Reiseantritt sollten Sie die Anpassung Ihrer Therapie mit Ihrem Arzt oder Diabetesberater besprechen. Während der Reise ist es wichtig, häufiger den Blutzucker zu kontrollieren.

Reise nach Westen


Reise nach Osten


Die Tage werden länger, der Medikamentenbedarf steigt.


Die Tage werden kürzer, der Medikamentenbedarf sinkt.
Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten

Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine etwas verringerte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr langen Flug können Sie eventuell eine zusätzliche Dosis einnehmen.


Nehmen Sie die Tabletten wie gewohnt nach Ortszeit ein, der Blutzucker kann durch eine leicht erhöhte Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden. Bei einem sehr kurzen Tag können Sie eventuell eine Dosis auslassen.
Konventionelle Insulintherapie – 1-Spritzen-Therapie

Verlängerung des Tages um mehr als sechs Stunden:

Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker – bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.


Verkürzung des Tages um mehr als sechs Stunden:

Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um ein Drittel. Sollte zehn Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
Konventionelle Insulintherapie – 2-Spritzen-Therapie

Verlängerung des Tages um mehr als sechs Stunden:

Spritzen Sie am Reisetag Ihre normale Insulindosis. 18 Stunden nach der Morgendosis messen Sie den Blutzucker – bei Werten über 240 mg/dl spritzen Sie zusätzlich ein Drittel der normalen Dosis und essen dazu. Am nächsten Tag spritzen Sie wieder Ihre normale Insulindosis.


Verkürzung des Tages um mehr als sechs Stunden:

Spritzen Sie am Reisetag wie gewohnt und essen Sie normal. Am nächsten Morgen reduzieren Sie die Insulindosis um ein Drittel. Sollte zehn Stunden nach der Morgendosis der Blutzucker über 240 mg/dl liegen, spritzen sie zusätzlich ein Drittel der Morgendosis mit der Abenddosis. Am nächsten Tag spritzen Sie die normale Insulindosis.
Intensivierte konventionelle Insulintherapie

Spritzen Sie alle vier Stunden kleine Korrekturdosen kurzwirksames Insulin ODER erhöhen Sie die Basalinsulindosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag länger wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt. Vermindern Sie die Basalinsulindosis vor dem Abflug um den Anteil, den der Tag kürzer wird. Zu den Mahlzeiten spritzen Sie Ihr Insulin wie gewohnt.

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Im Urlaub steht die Vermeidung von akuten Diabeteskomplikationen wie Unterzuckerung oder Ketoazidose im Vordergrund. Als Diabetiker sollten Sie über mögliche Gefahren informiert sein und diese durch eine gute Reisevorbereitung vermeiden. Steht im Alltag das Therapieziel „Normoglykämie“ (Blutzuckerwerte wie beim Gesunden) im Vordergrund, so können im Urlaub auch etwas höhere Blutzuckerwerte das Ziel sein, um Unterzuckerungen zu vermeiden. So wird der Urlaub möglichst wenig durch den Diabetes belastet.
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Krank im Urlaub – hilfreiche Tipps

Bei der Reisevorbereitung sollten Sie mit Ihrem Arzt mögliche Krankheitssituationen besprechen und Anweisungen im Gepäck haben, wie Sie Ihre Diabetestherapie im Krankheitsfall anpassen. Möglicherweise benötigen Sie bei Reiseerkrankungen sogar andere Diabetesmedikamente. Packen Sie Medikamente gegen die häufigsten Urlaubserkrankungen in Ihre Reiseapotheke – in unserer Reise-Checkliste sind die wichtigsten aufgeführt.

Reisedurchfall (Reisediarrhö) und Erbrechen
Bei Magen-Darm-Erkrankungen sollten Sie alle vier Stunden den Blutzucker messen – bei hohen Werten auch Aceton im Urin. Passen Sie Ihre Therapie mit Insulin oder Tabletten nach den Anweisungen Ihres Arztes an. Metformin darf bei Durchfall und Erbrechen nicht eingenommen werden. Trinken Sie ausreichend – zum Beispiel Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke. Bei niedrigem Blutzucker eignen sich auch Tee mit Traubenzucker (auf eine Tasse Tee eine Prise Salz und zwei Teelöffel = acht Gramm Traubenzucker) oder abgestandene Cola (100 Milliliter = 1 BE). Gut verträgliche Nahrungsmittel sind Zwieback (zwei Stück = 1 BE), Bananen (eine halbe Banane = 1 BE) und Haferflocken (zwei Esslöffel = 1 BE).

Fieber
Bei Fieber steigt voraussichtlich der Insulinbedarf und es besteht erhöhte Ketoazidose-Gefahr. Daher sollten Sie alle vier Stunden den Blutzucker und Aceton im Urin messen. Passen Sie Ihre Therapie mit Insulin oder Tabletten gegebenenfalls entsprechend den Anweisungen Ihres Arztes an. Metformin darf bei Fieber nicht eingenommen werden.

Unterzuckerung – Hypoglykämie
Frischen Sie vor dem Urlaub Ihr Wissen über Unterzuckerungssymptome und das Verhalten bei einer Unterzuckerung auf. Sie sollten im Urlaub schnell resorbierbare Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Glukosesirup dabei haben. Im Notfall können Sie auch auf Zucker, Cola oder Fruchtsäfte zurückgreifen. Für schwere Hypoglykämien sollte Glucagon im Reisegepäck sein.

Ketoazidose
Bei hohen Blutzuckerwerten (über 240 mg/dl) oder Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sollten Sie den Acetonwert im Urin messen. Bei einer Ketoazidose sollten Sie sicherheitshalber Ihre Vertrauensperson oder einen Arzt informieren und den Blutzucker nach den Anweisungen Ihres Arztes anpassen.
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Adressen und Links zum Thema Diabetes mellitus


Links
  • www.diabetes-kids.de
    Die private Initiative will den Zusammenhalt und Informationsaustausch zwischen Kindern und Jugendlichen mit Diabetes und deren Eltern fördern.
  • www.diabetesinfo.de
    Diabetesportal mit Informationen rund um Diabetes: Grundlagen, Informationen und Tipps

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Adressen und Links zum Thema Ernährung bei Diabetes mellitus

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Kartoffeln
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Gute Kohlenhydrate für stabile Zuckerwerte: Gemüse und Vollkornprodukte sind ideale Lebensmittel für Menschen mit Diabetes. Sie strapazieren den Zuckerstoffwechsel weniger als so manche Obstsorte.
Frau mit Eiswaffel
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Naschen ist erlaubt: Haushaltszucker treibt den Blutzucker besonders schnell nach oben - nicht aber in Kombination mit Fett. Daher ist eine Kugel Milcheis oder ein Stück Schokolade ab und zu gestattet.
Olivenöl
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Fett ist nicht gleich Fett: Gesättigte Fettsäuren, vor allem in tierischen Lebensmitteln enthalten, gelten als ungesund. Dagegen können sich mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zum Beispiel in Olivenöl zu finden, positiv auf den Stoffwechsel auswirken.
Fußmassage
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Auf die Füße achten: Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße besonders gut pflegen und regelmäßig inspizieren. Weil sie häufig unter Gefühlsstörungen leiden, spüren sie Verletzungen nicht. Kleine Wunden können zu Geschwüren, Entzündungen und sogar zur Amputation führen.